Etwa die Hälfte aller deutschen Frauen und Männer leiden an Übergewicht. Besonders stark betroffen sind Menschen, die am Ende ihres Berufslebens stehen. Zwar zeigt sich laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) immerhin bei Kindern im Grundschulalter ein leicht positiver Abwärtstrend, hier scheint die Aufklärungs- und Präventionsarbeit also langsam zu greifen. Andererseits kommen bis zu 30 Prozent der Patienten von zu Hause mangelernährt in deutsche Krankenhäuser, vor allem ältere Menschen. Die Daten gehen aus einer Langzeitstudie von 2006 bis 2018 der Universität Erlangen-Nürnberg hervor.

"Optimale Ernährung muss kein Verzicht bedeuten", weiß Diätassistentin und Ernährungsberaterin DGE Doris Nußbaum vom Helios St.-Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. Es geht nicht darum, nie wieder Süßes zu essen oder ab und an mal eine Limonade zu trinken. "Auf die Menge und die Abwechslung in der Ernährung kommt es an." Orientieren könne man sich zum Beispiel an der Ernährungspyramide des DGE. Ganz oben an der Spitze stehen dabei Süßigkeiten und Lebensmittel mit ungesättigten Fettsäuren. Palmöl ist ein Beispiel dafür. Dies ist in vielen Fertigprodukten, fettigen Süßigkeiten, To-go-Snacks etc. enthalten. Versteckter Zucker lauert außerdem in Softdrinks und unverdünnten Säften. "Wer täglich mehrere Gläser davon trinkt, begünstigt die Entstehung von Übergewicht, Diabetes und von Herz-Kreislauferkrankungen", so Dr. Oliver Zagòrski, Chefarzt für Kardiologie am Helios St. Elisabeth-Krankenhaus. "Um dem entgegenzuwirken ist zudem eine Balance zwischen körperlicher Aktivität und entsprechender Nahrungsaufnahme wichtig."

Auch Fleisch sollte eher in Maßen genossen werden. Weniger davon und dafür eine gute Qualität ist die Devise. Bei Milchprodukten sollte man besser die gesüßten Joghurts stehen lassen und stattdessen einen Naturjoghurt mit frischem Obst garnieren - so die Ernährungsberaterin. Bei Gemüse kann jeder beherzt zugreifen.

Generell gilt: Weniger ist oft mehr. "Fertigprodukte wimmeln häufig nur so vor Geschmacksverstärkern, Zusatz- und Konservierungsstoffen. Und wenn die nicht dabeistehen, sorgen oft viel zu viel Salz oder Zucker für Geschmack und Haltbarkeit", so die erfahrene Ernährungsberaterin. red