"Ich bin stolz auf unsere 32 aktiven Kameraden und unseren Feuerwehrnachwuchs", betonte Vorsitzender Thomas Höhn bei der Hauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr. Die Mannschaftsstärke könne sich sehen lassen.

Dennoch macht sich Höhn Sorgen um die Zukunft, da immer weniger junge Menschen für ein Engagement in der Wehr zur Verfügung stünden. Höhn plädierte dafür, auch die Truppmann-Ausbildung zu überdenken. Zum Beispiel könnten das Wissen und die Abschlussprüfung online vermittelt beziehungsweise abgelegt werden.

Mängel an dem 25 Jahre alten Mannschaftstransportwagen haben die Gerätewarte Ralf Friedrich und Thomas Höhn behoben. Dennoch wurde an die Gemeinde der Antrag auf eine Ersatzbeschaffung innerhalb der nächsten drei Jahre gestellt. Der Beschaffung eines Fahrzeugs der "neuesten Generation" wurde zugestimmt. Der Vorsitzende appellierte insbesondere an die Jüngeren, sich entsprechend aus- und weiterbilden zu lassen.

Ein Lob richtete Höhn an den Kommandanten Rolf Werner und dessen Stellvertreter Alexander Fischer, die beide viele Termine und Sitzungen abgearbeitet hätten. Um die Feuerwehrkasse aufzubessern, bringe Kassierer Bernhard Güntner viele kreative Ideen ein. Von der Dorfgemeinschaft würden die Veranstaltungen sehr gut angenommen. Einen Abriss der Aktivitäten, zu denen beispielsweise der Christbaumverkauf, die Maiwanderung und das Sommerfest zählten, gab Schriftführer Frank Engel.

17 Einsätze gefahren

Von einem lebhaften Jahr berichtete Rolf Werner. "Wir wurden zu 17 Einsätzen gerufen, was in der über 120-jährigen Geschichte der Neuensorger Wehr rekordverdächtig erscheint", sagte der Kommandant. So wurde die Wehr achtmal zu technischen Hilfeleistungen und sechsmal zu Bränden alarmiert. Dazu kamen 18 Übungen, technische Dienste und Unterrichtseinheiten. Die Hilfe der Wehr nutzten auch die Ortsvereine. Ein neuer Anwärter wurde rekrutiert.

Für heuer kündigte der Kommandant weitere Übungen und Unterricht an. Da seine Amtszeit in vier Jahren endet, bat Werner schon jetzt darum, sich Gedanken um einen Nachfolger zu machen, da er sich nicht mehr zur Wahl stellen werde.

"Die Neuensorger Wehr ist eine gute Truppe, auf die man stolz sein kann", betonte Bürgermeister Markus Mönch. Besonders erfreulich sei, "dass alle Generationen an einem Tisch sitzen und zusammenhalten".

Kreisbrandinspektor Stefan Zapf bat die Feuerwehr darum, in der Mitgliederwerbung nicht nachzulassen.

Landrat Rainer Mattern würdigte den Beitrag, den die Feuerwehren zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft leisten. Er verlieh das staatliche Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährigen Dienst an die Brüder Stefan und Michael Stadler. Beide sind Atemschutzgeräteträger und haben die Leistungsprüfungen der unterschiedlichen Stufen abgelegt. Darüber hinaus fungierte Michael Stadler bis 2017 als stellvertretender beziehungsweise als Jugendwart. Sein Bruder bringt sich seit 2010 als Atemschutzgeräteträger ein.

Der ehemalige Kommandant Theo Friedrich wurde aufgrund seiner herausragenden Verdienste auf Beschluss des Vorstands zum Ehrenkommandanten ernannt. Friedrich war 16 Jahre (bis 2009) Kommandant, hat die Wehr wesentlich geprägt und seinen Nachfolger Rolf Werner 1998 zur Wehr gebracht. Mit langanhaltendem Applaus honorierten die Mitglieder das Engagement des Ehrenkommandanten, dem Bürgermeister Mönch den Gemeindeehrenkrug überreichte. Alexandra Kemnitzer