Die "Trächer Laienspieler" wagen mal ganz was Neues. Sie verharren nicht auf der Bühne, sondern gehen mitten ins Publikum und begeben sich auf ein neues Terrain. Der "Trächer Wirtshauskrimi" ist angesagt mit dem Hintergrund "Zum Nachtisch Blauer Eisenhut". Und siehe da, die beiden Vorstellungen sind ausverkauft.
Die Zuschauer werden nicht nur zum Recherchieren und Mitraten angeregt, sie können den Mörder ermitteln, dabei etwas gewinnen und vor allem das Lukullische genießen. Da werden zwischen den Akten Gaumenfreuden wie Blattsalate an Himbeerdressing, Cremesuppe von Lauchzwiebeln, Roastbeef in Barolosauce und beschwipste "Schwarzwälder Kirsch" kredenzt. "Es ist schon skurril", meinte Regisseur Stefan Franz anlässlich der Hauptprobe.
Es treffen sich drei befreundete Ehepaare schon seit Jahren immer wieder zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant. Doch dieses Mal kommt alles anders: Statt des obligatorischen schönen Abends brechen Gräben auf und Freundschaften ab. Seitensprünge, fragwürdige Geschäftsverbindungen und alte Rechnungen werden nicht mit Wein gemildert, sondern mit Gift "gewürzt". Und das im Trächer Sportheim. Das Resultat: Einer wird sich nie mehr Sorgen um seinen Hüftspeck machen müssen. Jeder hat ein Motiv - wem ist da der Kragen geplatzt?
Nachdem die Trächer Laienspieler nach Beendigung der Baumaßnahmen am Freizeitzentrum Witzmannsberg wieder auf die "große" Bühne umziehen werden, wollte man die in fünf Jahren lieb gewonnene Ausweichspielstätte im Sportheim der Spvg Eicha nicht so ohne weiteres aufgeben. Da wurde zum Abschied der Wirtshauskrimi geboren, der nach einem halben Jahr Vorbereitung in kürzester Zeit ausverkauft war und somit 2019 in Eicha mit einem 4-Gänge-Menue von Profiköchen garantiert fortgesetzt werden wird.
Lothar Weidner