Bei der diamantenen Hochzeit von Anni und Rudi Kosma in Aisch gaben sich am Donnerstag die Gratulanten nahezu sprichwörtlich die Klinke in die Hand, denn Rudi Kosma ist fast in jedem Aischer Verein Mitglied.

Der Jubelbräutigam hat am 24. Juni 1939 in Oppeln im ehemaligen Oberschlesien das Licht der Welt erblickt. Im Alter von fünf Jahren floh er mit seiner Mutter und seiner Tante vor den Russen in den Westen und alle fanden im Winter 1944 in Etzelskirchen eine zweite Heimat. Zuerst wohnten sie in der Schulturnhalle, aber bald fanden sie Unterschlupf bei einer sehr netten Familie, bis sie ein kleines Grundstück im Ort fanden und eine Holzbaracke darauf bauten.

In Etzelskirchen ging er zur Schule und später begann er eine Ausbildung als Bäcker. "Ich hab aber die Hitze in der Backstube nicht vertragen und deshalb abgebrochen." Einige Zeit arbeitete er in Saltendorf und im Allgäu in der Landwirtschaft bis er 1952/53 bei der Firma Schaeffler in Höchstadt Arbeit fand. Im Mai 1957 hatte er einen schweren Motorradunfall, bei dem er fast sein Bein verloren hätte. Es folgte ein Jahr Krankenhausaufenthalt.

Schon mit 17 Jahren hatte er seine Anni kennen gelernt. "Seine Cousine war meine Arbeitskollegin in Forchheim, und an deren 18. Geburtstag trafen wir uns", so Anni im Rückblick. Ein Jahr später läuteten die Hochzeitsglocken. "Wir heirateten in der Schlosskapelle in Adelsdorf, und Pfarrer Theo Weihrauch traute uns damals", erinnern sich beide. Als Lkw-Fahrer arbeitete Rudi Kosma bei verschiedenen Betrieben, letzte Station bis zu seiner Frührente war die Firma Aldi. Zuerst wohnte die Familie in Aisch in Annis Elternhaus. Mit viel Eigenleistung bauten sie ein Haus und im Jahr 1970 konnten sie einziehen.

Die Hobbys des Jubilars waren und sind die vielen Vereine, in denen er Mitglied ist. Besonders bekannt war er als Regisseur der Theatergruppe des SC Hertha Aisch. Schon kurz nach seiner Hochzeit - Anni war begeisterte Schauspielerin in der Theatergruppe - machte er seine ersten Erfahrungen auf der Bühne. Als 1978 der damalige Leiter der Gruppe, Adam Kästner, zum Zweiten Bürgermeister gewählt wurde, übernahm Rudi Kosma dessen Amt.

Ehrenurkunde der Gemeinde

Seitdem entwickelte sich die Theatergruppe unter seiner Leitung zu einer festen Größe im Aischgrund. Am 14. März 2011 bekam er zusammen mit seiner Truppe die Ehrenurkunde der Gemeinde Adelsdorf und am 17. Dezember 2016 wurde er nach 38 Jahren als Regisseur feierlich verabschiedet.

Seine Frau Anni ist am 15. September 1934 in Aisch als Tochter des Dorfschneiders Johann Lorz und seiner Frau Kunigunde geboren. Nach dem Schulbesuch in Aisch lernte sie Damenschneiderin. Als Tochter Hildegard geboren wurde, blieb sie zu Hause und kümmerte sich um die kleine Familie. Vier Jahre später kam Sohn Robert auf die Welt. Die Jubilarin arbeitete vor der Hochzeit in einer Weberei in Forchheim und später, als die Kinder groß waren, war sie als Verkäuferin in einem Radio- und später in einem Bettengeschäft tätig.

Heute ist nicht nur die Jubelbraut stolz auf die zwei Kinder, vier Enkelkinder und zwei Urenkel, die in Österreich leben. Annis liebstes Hobby war ihr Garten. In der Adelsdorfer Frauenunion war und ist Anni Kosma ein wichtiges, sehr aktives Mitglied.

Auf die Frage, wie man es schafft, so lange beieinander zu bleiben meint der Jubelbräutigam: "Bis dass der Tod uns scheidet, da bleib ich dabei!" Zur großen Feier trifft sich die Familie am 12. Januar im Aischer Fischerheim.