Veronika Schadeck Tettau —  Nahezu bis auf den letzten Platz belegt war am Donnerstagabend die Festhalle in Tettau. Bürgermeister Peter Ebertsch hatte die Bevölkerung zur Bürgerversammlung eingeladen. Zahlen, Fakten, der Rück- und Ausblick des Bürgermeisters bildeten die Schwerpunkte. Mit Wohlwollen wurde das Versprechen von MdL Jürgen Baumgärtner vernommen, in den nächsten sechs Jahren die Sanierung der Festhalle auf den Weg zu bringen.

Die Anliegen der Bürger hielten sich in Grenzen. Seinen Ärger äußerte Roland Weigelt darüber, dass die neu ausgebaute Straße zwischen Schauberg und Judenbach für Motorradrennen genutzt werde. Dies sei bekannt, antwortete Bürgermeister Peter Ebertsch. Hier müssen zivile Kontrollen stattfinden. Bis jetzt sei aber nichts passiert, da dieser Zustand von thüringischer Seite bagatellisiert werde.

Ursula Schirmer beklagte, dass der Fußweg zwischen Alexanderhütte Richtung Schützenhaus als Straße benutzt werde. Anke Simon-Müller bedauerte, dass beim Bistro am Tropenhaus keine sanitären Anlagen eingebaut worden sind. Außerdem sei die Fassade an der Apotheke zum siebten Mal in Folge durch Lkws beschädigt worden.

Bürgermeister Peter Ebertsch, erklärte, dass das Bistro in erster Linie für eine Einkehrmöglichkeit der Besucher des Tropenhauses gedacht ist. Man wolle damit der heimischen Gastronomie keine Konkurrenz machen. In den kommenden Wochen soll nun die Ausschreibung für einen Pächter erfolgen.

Zuvor nannte der Bürgermeister Zahlen. So zählt der Markt Tettau 2200 Einwohner, darunter 240 Mitbürger mit ausländischen Wurzeln. Die Gewerbesteuereinnahmen liegen bei rund 2,1 Millionen Euro, die Kreisumlage schlage mit 1,45 Millionen Euro zu Buche.

In seiner Rede ging Ebertsch auch auf geplante Maßnahmen im kommenden Jahr ein. Demnach wird die Staatsstraße am Rennsteig vom Südausgang Kleintettau bis Alexanderhütte ausgebaut. Im Kurvenbereich der Alexanderhütte wolle die Gemeinde zwei Gebäude erwerben, um dort die Gefahrensituation zu entschärfen. Weiterhin sei unter anderem die Neugestaltung der Fläche Hauptstraße 31, die Schaffung eines Skaterparks, der Teilrückbau beziehungsweise eine Teilumnutzung der ehemaligen neuen Porzellanfabrik geplant.

Ein Multifunktionsplatz

Aufgrund einer Bürgerbefragung soll auch im Tettauer Ortskern ein Multifunktionsplatz entstehen mit einer Wiesenfläche für einen Aufenthalt im Freien, einem neugestalteten Kinderspielplatz und Parkplätzen. Mit Letzerem wolle die Gemeinde parkende Autos von der Hauptstraße in einen Nebenbereich verlegen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Realisiert werden soll zudem 2020 der Glasfaseranschluss der Grundschule Tettau. Ein Ziel, das sich die Kommune auf die Fahne geschrieben habe, sei die Schaffung von Wohnraum. Dabei gelte es, so Ebertsch, mit Flächen sorgsam umzugehen und innerörtliche Lücken zu schließen.

Als ein "Mammutprojekt" bezeichnete er das Areal rund um die "Königliche Porzellanfabrik". Zwar existieren eine aufwendige Machbarkeitsstudie und eine Projektgruppe, fanden Gespräche mit möglichen Investoren statt. Aber alles sei bisher ohne Ergebnis verlaufen. Er bat um Verständnis, dass dieses Projekt einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird.

"Die Bilanz in Tettau ist tadellos", lobte Jürgen Baumgärtner. Er ging auf die Ortsteile Langenau und Schauberg ein, die ihr Wasser von der Frankenwaldgruppe (FWG) beziehen, deren Vorsitz er inne hat. Demnach wurden seit dem Jahre 2015 4,5 Millionen Euro in die Wasserversorgung investiert. Dass die Bürger, die ihr Wasser von der FWG beziehen, statt mit ursprünglich angenommenen 25 000 Euro jetzt ab 2021 nur mit einer zusätzlichen Grundgebühr von 100 Euro belastet werden, sei mit ein Verdienst von Ebertsch.

"Der größte Baustein für die Zukunft ist die Gegenwart", so Landrat Klaus Löffler. Er sprach von einer Aufbruchstimmung mit sichtbaren Weichenstellungen, wie die Etablierung des Lucas-Cranach-Campus und das Mobilitätskonzept. Die Gemeinde Tettau bezeichnete der Landrat als sozial ausgewogen. Vorhanden seien neben Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Apotheke auch ein hohes ehrenamtliches Engagement. "Das ist das Wertvollste, was wir haben!"