_Die Stadt muss sich in Sachen Volksbegehren neutral verhalten. Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) legt deshalb Wert auf die Feststellung, dass er das Volksbegehren als Privatperson unterstützt.

Am Donnerstag schickte er eine ausführliche Begründung an die Medien, warum er unterschrieben hat: "Alle haben es gewusst, keiner hat etwas dagegen getan! Diesen Vorwurf will ich mich als Privatperson nicht aussetzen." Seit den 1990er Jahren seien viele Insekten, aber auch andere Tierarten verschwunden - vor allem jene, die Insekten als Nahrungsquelle nutzen, schreibt Tessmer. "Es scheint Fakt zu sein, dass seit den 1990er-Jahren 75 Prozent aller Fluginsekten in Deutschland verschwunden sind." Von den Fluginsekten, vor allem von Wild- und Honigbienen, hänge die Bestäubung der Gemüsepflanzen und Obstbäume ab.

"Wenn die Lage nicht so dramatisch wäre, dann würden nicht so viele Diskussionen stattfinden: Glühende Befürworter auf der einen, konsequente Ablehnung auf der anderen Seite", stellt Tessmer fest. Doch offensichtlich sehe nicht nur er Handlungsbedarf in Sachen besserer Artenschutz: "Auch die CSU denkt über das Volksbegehren nach und möchte laut eines Statements des Ministerpräsidenten einen Eigen-Entwurf hierfür vorlegen. Das Volksbegehren ist also eine Initialzündung!" sb