Torsten Ernstberger

Der oberfränkische Bezirksausschuss des Bayerischen Fußballverbandes reagiert mit einer Ausnahmeregelung auf die vielen witterungsbedingten Ausfälle und die damit einhergehende Terminnot bei Nachholspielen.
So kann nun zwischen dem vorletzten (13. Mai) und dem letzten Spieltag (19. Mai) ein Nachholtermin angesetzt werden. Bisher galt der Grundsatz, dass die Partien der letzten beiden Spieltage ligaweit zeitgleich stattfinden müssen.
Sollte diese Möglichkeit die Terminnot noch nicht beheben, können auch Partien auf den 1. Mai verlegt werden. Anpfiff sollte dann um 11 Uhr sein, um nicht in Konkurrenz zu den Pokalspielen an diesem Tag zu treten.
Zudem bietet der Bezirksausschuss eine dritte Möglichkeit an: Um den dicht gedrängten Spielkalender zu entzerren, kann der letzte Spieltag auf den Pfingstmontag (21. Mai) gelegt werden. Auch eine Saisonverlängerung ist möglich, diese muss aber innerhalb der Kreise einstimmig beschlossen werden.
"Die vom Bezirk angebotenen Möglichkeiten werden wir intensiv diskutieren", sagt Gerd Rieß, Gruppenspielleiter im Kreis 1 (Bamberg/Bayreuth/ Kulmbach). "Wichtig ist uns, dass wir die Vereine mit im Boot haben." Der Kreisspielausschuss hat deshalb bereits Tagungstermine angesetzt. Die Vereine aus dem Gebiet Bayreuth/Kulmbach treffen sich am Freitag (19 Uhr) in der Turnhalle des TSV Trebgast, die des Gebiets Bamberg/Steigerwald am Samstag (10.30 Uhr) beim RSC Oberhaid.


Vereine geraten an ihre Grenzen

"Klar ist: Durch die vielen Spielausfälle sind die Vereine an die Grenzen ihrer Möglichkeiten geraten", sagt Rieß. Der Weidenberger verdeutlicht, dass eine Saisonverlängerung aktuell nur für die Kreisklasse abwärts möglich ist. Die Kreisliga müsse sich an den Rahmenterminkalender halten, da die Relegation mit den Bezirksligisten anstehe.
"Auf längere Sicht müssen wir aber vielleicht umdenken und die Bezirksliga von der Kreisliga abkoppeln", sagt Rieß. Dies sei aber nur möglich, wenn die Relegationsregelung reformiert wird. Die Kreisliga-Meister blieben aufstiegsberechtigt, den Vizemeistern müsste ein weiterer Aufstiegsplatz zugesichert werden, den sie dann untereinander ausspielen.


Differenzierter Spielplan

"Zudem muss die Frage erlaubt sein, warum die Saison auf Kreisebene Mitte Mai endet und auf Spieltermine im warmen Monat Juni verzichtet wird", sagt Rieß. "Deshalb müssen wir generell über den Rahmenterminkalender sprechen." Es habe sich diese Saison gezeigt, dass im Fichtelgebirge und im Frankenwald von Mitte November bis Mitte März nicht an Fußball zu denken war, in anderen Gebieten des Kreises 1 die Plätze in dieser Zeit aber bespielbar waren.
Rieß regt differenzierte Spielpläne an, die auf die Regionen abgestimmt sind. Eine Trennung des Kreises bei der Spielplangestaltung in die Gebiete Bayreuth/Kulmbach sowie Bamberg ist für ihn vorstellbar. Auch kleinere Ligagrößen seien eine Option. "Aber wir werden keine Entscheidung ohne die Zustimmung der Vereine treffen", sagt Rieß.