Die Sanierung der Mittelschule ist in vollem Gange. Die Versorgung mit Energie und Wärme ist schon gesichert - durch ein modernes Blockheizkraftwerk, das am Freitag seiner Bestimmung übergeben wurde. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) ließ sich dabei über die positiven Aspekte dieser Technik in Sachen Energiewende informieren.

Die Anlage läuft bereits seit Jahresanfang. Geplant wurde sie von Marco Höhn, einem Mitarbeiter der Stadtwerke Neustadt. Bei der Wartung arbeitet die Stadt mit den Stadtwerken in Hof zusammen, die Partner des Herstellers der Anlage sind. Ein Beispiel für gelungene interkommunale Zusammenarbeit, wie Rödentals Bürgermeister Marco Steiner (FW) betonte. "Mit einer Leistung von 50 Kilowatt ist es keine sehr große Anlage", sagte Steiner. Doch dafür habe sie die Stadt auch ohne Zuschüsse finanziert.

Immerhin ist das neue Blockheizkraftwerk aber groß genug, um mehr als die Schule mit Wärme und Strom zu versorgen. Die Wohnbaugesellschaft des Landkreises saniert Zug um Zug ihre Häuser nahe der Schule. Einige davon werden künftig über die neue Anlage ebenfalls mit Wärme versorgt. Die anderen sind an das Fernwärmenetz der Stadt angeschlossen.

Energiewende im Blick

Rödentals Stadtwerkeleiter Michael Eckardt sieht das 350 000 Euro teure Blockheizkraftwerk als gute Investition und Beitrag zur Energiewende. Dezentral und hoch effizient, sei die Anlage im Keller der Mittelschule "Energiewende zum Anfassen". Um Geräuschbelästigung durch das rund um die Uhr laufende Kraftwerk zu vermeiden, wurde es auf einem Schwingfundament so gelagert, dass es vom eigentlichen Boden des Gebäudes entkoppelt ist. Dadurch soll verhindert werden, dass Vibrationen auf das Gebäude übertragen werden. Luftansaugung und Gasaustritt sind schallgedämpft.

"Strom- und Wärmewende zusammenzubringen, ist ein wichtiger Baustein in der Energiewende", betonte auch Thorsten Glauber. Der Minister sieht in der Diskussion oft die Wärmeversorgung unterrepräsentiert. Auch bei Biogas-Anlagen werde meist nur der erzeugte Strom wirklich genutzt. Hier auch die entstehende Wärme besser in das Gesamtkonzept einzubinden, könne einen bedeutenden Beitrag darstellen.

Mit Blick auf die Anlage in Rödental und ihre Finanzierung sagte Thorsten Glauber, dass der Freistaat die Wohnbaugesellschaften im Land sehr wohl unterstützt, wenn auch nicht direkt bei der Investition in das Blockheizkraftwerk.

Effizient nur im Verbund

Dr. Rainer Mayerbacher, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises, sieht in der Region eine hervorragende Zusammenarbeit im Verbund der Wohnbau mit den Kommunen und den jeweiligen Werken. "Nur im Verbund funktioniert die Energiewende", ist er überzeugt.

Das Blockheizkraftwerk ist nur ein kleiner Teil der Generalsanierung der Mittelschule, die derzeit im größten Teil des Komplexes läuft und rund sieben Millionen Euro kosten wird. Weitere neun Millionen Euro sind vorgesehen für die Sanierung der Grundschule in Einberg, wo der erste Spatenstich in der kommenden Woche erfolgen soll. Die Sanierung der Grundschule in Mönchröden ist noch in der Planungsphase.