Rund 7,2 Millionen Euro sind in die Mittelschule Oeslau geflossen. Und jeder Cent ist offensichtlich gut angelegt. Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltsenates konnten sich die Gremiumsmitglieder von der Sinnhaftigkeit der Investition überzeugen. Der kommissarische Schulleiter Jochen Langbein übernahm die Aufgabe, den Stadträten die einzelnen Maßnahmen bei einem Rundgang näher zu erläutern. Interessant war zu hören, dass man seitens der Schulleitung nicht darauf erpicht war, die Unterrichtsräume zu einem rein digitalen Klassenzimmer umzufunktionieren. Klar war, dass Laptop, Beamer und Netzwerkanschluss Einzug halten werden. Aber in allen Klassenzimmern die sogenannten "Whiteboards" zu installieren, wäre nach Worten von Jochen Langbein dann doch zu weit gegangen. Es seien eh rund 6000 Euro für jedes der zwölf Klassenzimmer investiert worden. Außerdem, so Langbein: "Die Kinder sollen auch noch lernen, an der Tafel zu rechnen und zu schreiben."

Ganz ohne interaktiven Bildschirm muss die Schule nicht auskommen. Im Lehrerzimmer ist ein solcher installiert und soll den Lehrkräften den Umgang mit dem Medium ermöglichen. Jochen Langbein zeigte in kurzen Sequenzen, was mit der Technik alles möglich ist, und versetzte das eine oder andere Stadtratsmitglied in leichtes Erstaunen. Bürgermeister Marco Steiner erklärte, dass bei der Planung der digitalen Technik das Konzept verfolgt worden sei, dass jede Lehrkraft einen Laptop hat und diese sich nicht überraschen lassen muss, was sie im jeweiligen Klassenzimmer vorfindet.

Nachdem unter anderem die moderne Lehrküche, der neu gestaltete Technikraum, die ansprechende Mensa und die Verwaltungsräume ausführlich in Augenschein genommen worden waren, zeigten sich durchweg zufriedene Gesichter. Neben den Kosten für die Gebäudesanierung werden nach Worten von Bürgermeister Steiner etwa eine Million Euro für die Außenlagen aufgewendet, die im kommenden Jahr fertig werden sollen. Dass die Stadt nicht auf der gesamten Investitionssumme "sitzen bleibt", ist staatlichen Zuschüssen in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro zu verdanken. Aber, so betonte Steiner: "Auch eine Ausgabe von 2,7 Millionen Euro ist für uns eine echte Hausnummer."

Kämmerin Karin Beier meinte, einem Stoßgebet gleich: "Die Abschlussrechnungen sind noch nicht da." Marco Steiner zeigte sich mit dem Ausführungszeitraum äußerst zufrieden. "An der Mittelschule wurde ein Sieben- Millionen-Projekt innerhalb von 17 Monaten umgesetzt", sagte er beeindruckt. Es fehlt nach seinen Worten nur noch ein Termin für eine offizielle Eröffnungsfeier. Nach Vorstellungen des Bürgermeisters könnte dies im Dezember stattfinden und der Bevölkerung damit die Möglichkeit eingeräumt werden, einen Blick "hinter die Kulissen" zu werfen. Im kommenden Jahr sollen auch die Außenanlagen fertiggestellt werden. Die Kosten hierfür bezifferten Steiner mit rund einer Million Euro.

Von der Schule ging es für den Bausenat in den Bauhof, wo die neue Einrichtung begutachtet wurde. Der stellvertretende Bauhofleiter Ulrich Corr wartete bei der Besichtigung mit interessanten Zahlen auf. Durch die Erneuerung der Heizung im Jahr 2016 und die Entfernung der Lüftungsanlage bei gleichzeitigem Einbau von Heizkörpern in den Jugendräumen konnten im vergangenen Jahr Heizkosten in Höhe von über 10 000 Euro eingespart werden. Auch an Stromkosten wurde im Bauhof durch neue Technik tüchtig gespart. "Wir haben 20 000 kWh Strom weniger verbraucht", berichtete Corr.

Mit einem Problem hatte die Stadt nicht gerechnet, als der Bauantrag für einen Parkplatz am "Sports House" eingegangen ist. Man stellte fest, dass sich die Zufahrt zu dem Gelände nicht im Besitz der Stadt befindet. Marco Steiner informierte das Gremium, dass zwei Möglichkeiten bestehen: Widmung als öffentliche Straße oder Erwerb der Fläche. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen.