Die Vorschriften zur Arbeitssicherheit und die Aufgaben, die sich Führungskräften aufgrund der Fürsorgepflicht stellen müssen, werden immer umfangreicher. Neben dem physischen Schutz bei der Arbeit, der zum Beispiel durch ergonomische Bürostühle, Hörschutz oder Sicherheitsschuhe gewährleistet werden kann, kommt nach der neueren Gesetzeslage vermehrt auch die Verpflichtung zur Vorbeugung und Unterstützung bei psychischen Gefährdungen hinzu. Ein Schwerpunkt hier: Alkoholabhängigkeit.

Unter der Schirmherrschaft der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler fand unter dem Motto "Kein Alkohol am Arbeitsplatz!" kürzlich die Aktionswoche Alkohol statt. Die Laufer Mühle nahm dies zum Anlass, gemeinsam mit ihrem Partner, der IHK Akademie Nürnberg, ein Seminar über "Erfolgreiche Strategien zur betrieblichen Suchtprävention" durchzuführen.

Unterstützung beim Schützen

Die beiden Institutionen bieten seit einigen Jahren einen IHK-Zertifikatslehrgang zu diesem Thema an, der Unternehmen dabei unterstützt, ihre Mitarbeiter vor Suchtgefahren zu schützen.

Über die Auswirkungen von Suchtmittelkonsum auf das Gehirn referierte Professor Thomas Hillemacher, ärztlicher Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg.

Die Umsetzung einer betrieblichen Suchthilfe und deren Nutzen für das Unternehmen beleuchteten der Geschäftsführer der Ribe Holding aus Schwabach, Thomas Dann, Manuela Graf von der Uvex Holding und Birgit Schiller von der Apollo-Optik Holding.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Sie alle hatten einen betrieblichen Suchthelfer ausbilden lassen oder haben selbst teilgenommen und gelangten zu der Überzeugung, dass die Zusammenarbeit mit der Laufer Mühle einen deutlichen Mehrwert darstellt. Die Berührungsängste vor dem Thema Sucht würden, so die Erfahrungsberichte, durch den direkten Austausch mit den Bewohnern zerstreut. Ein konstruktiver Umgang beispielsweise durch Gesprächstechniken und Interventionen mache handlungsfähig und steigere die Kompetenz in dem, was heute von Führungskräften gefordert wird: die aktive Suchtprävention.

In anschließenden Workshops hatten die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit, sich eingehender mit spezifischen Aspekten der Betrieblichen Suchthilfe zu beschäftigen. Sigrid Thiem