Strahlend nahm Waltraud Jarosch, Stiftungsratsvorsitzende der Manfred-Jarosch-Stiftung, aus den Händen von Bürgermeister Martin Bernreuther ein Apfelbäumchen entgegen. Irmgard Hoffmann vom Diakonieverein Thurnau-Hutschdorf hatte einen Blumenstrauß mitgebracht. Der Grund: Das erste Etappenziel auf dem Weg zum neuen Tagespflegezentrum ist erreicht.
"Ein Neubau hat sich hier erhoben, wer ihn sieht, der muss ihn loben", sagte Dachdecker Rainer Spindler aus Stadtsteinach in seinem Richtspruch.
Zwischen Kirschenallee und Neubaugebiet "An der Alten Allee" ist seit Juni ein stattlicher Bau entstanden. Im 240 Quadratmeter großen Erdgeschoss sollen 17 ältere und auf Hilfe angewiesene Menschen Tagespflege erfahren. Im Dachgeschoss entstehen drei Wohnungen. "Sie sind natürlich barrierefrei mit einem Aufzug zu erreichen", erklärte Waltraud Jarosch.


Alle Bauplätze verkauft

Verantwortlich für den Bau ist die Nova Wohnbau mit Clemens Ulbrich an der Spitze. Seit 2015 gibt es die Idee, am Rande der Kirschenallee ein Baugebiet mit Tagespflegeeinrichtung zu gestalten. "Ich war selbst der Oberbedenkenträger, weil ich nicht wusste, wie und ob sich das Gebiet vermarkten lässt", so Ulbrich. Doch innerhalb kürzester Zeit seien alle elf Bauplätze verkauft worden: für 89 Euro pro Quadratmeter. Daran, dass das Tagespflegezentrum ein Erfolgsprojekt werden wird, zweifelt niemand. Insgesamt investiert die Jarosch-Stiftung 1,75 Millionen Euro. Als Generalmieter und Betreiber konnte der Diakonieverein Thurnau-Hutschdorf gewonnen werden.
Der Rohbau ist von der Firma MFK aus Bayreuth erstellt worden, die Planung hat das Architekturbüro Holzmüller und Detsch aus Bayreuth getätigt.
"Wir wissen alle, dass es in Zukunft immer mehr Menschen geben wird, die Pflege brauchen", sagte Bürgermeister Martin Bernreuther. Auch Landrat Klaus Peter Söllner freute sich über den Neubau und bezeichnete das Gebäude als "Bereicherung" für den Markt.
Schon im Mai 2018 sollen die ersten Menschen in die Tagespflegeeinrichtung einziehen.
Für die Einrichtung ist der Diakonieverein verantwortlich. Er investiere 200 000 Euro, erklärte Norbert Lawatsch. "Mit dieser Einrichtung sichern wir uns neben der ambulanten Pflege ein zweites Standbein. Sieben bis acht Arbeitsplätze werden in Thurnau entstehen."
"Hier werden Menschen in ihrer letzten Lebensphase einziehen, aber dieses Haus wird nicht das letzte Zuhause der Bewohner sein. Denn das ist ewig", sagte Dekanin Martina Beck.