Die Arbeitsgemeinschaft Jüdische Sammlungen, ein loser Zusammenschluss jüdischer Museen und anderer Einrichtungen wie ehemalige Synagogen, Gedenkstätten und Forschungsinstitute, hatte zu ihrer Jahrestagung in Bamberg und im Landkreis Haßberge eingeladen. Die 63 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich im Gemeindesaal der israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg, um Projekte vorzustellen und Erfahrungen auszutauschen. Die Themen erstreckten sich unter anderem auf die Bereiche Museumspädagogik, Ausstellungstechnik, Archivierung und Digitalisierung. Großes Interesse zeigten die Tagungsteilnehmer am Denkmalschutz in Bamberg und nutzten den Empfang der Stadt Bamberg zu zahlreichen Fragen an Zweiten Bürgermeister Christian Lange.

Exkursionen durch den Landkreis

Höhepunkte waren die Exkursionen nach Gleusdorf, Memmelsdorf, Ebern und Kleinsteinach. Zwar war vielen Teilnehmern die besondere Art des Umgangs mit der Bausubstanz in der Synagoge Memmelsdorf aus der Fachliteratur bekannt, doch waren sie besonders überrascht von der museumspädagogischen Umsetzung der unterschiedlichen Themen, zu denen dieses Gebäude die notwendigen Anstöße und Informationen gibt.

Besonders beeindruckte die Einbindung von Schülern des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern bei der Entwicklung des Konzepts. Angeregt von deren Suchbildkartei, gingen die Besucher den Spuren im Hauptraum mit großem Interesse nach. Die Unterstützung der Arbeit des Träger- und Fördervereins durch Memmelsdorfer Bürger wurde beim gemeinsamen Mittagessen in der ehemaligen Schule und bei einem Ortsrundgang deutlich und entsprechend gewürdigt. Beeindruckt zeigten sich die Experten auch von der Unterstützung durch die Gemeinde und deren Kauf der ehemaligen Synagoge in Gleusdorf, die sie im Zustand vor der Restaurierung begutachteten.

Umsetzung gewürdigt

Die Exkursion nach Kleinsteinach führte den Teilnehmern im Museum und bei der Begehung des Themenwegs am Beispiel dieses Ortes vor Augen, welche Bedeutung die vielen jüdischen Bürger für das Gemeindeleben hatten. Auch hier sprachen die Teilnehmer ihre Anerkennung für die museale und didaktische Umsetzung aus.

Die Dichte der Stätten jüdischer Kultur überraschte: Die Experten zeigten sich beeindruckt vom Umgang mit der jüdischen Geschichte im Landkreis Haßberge und von den Möglichkeiten einer historischen Betrachtung von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ende der nationalsozialistischen Zeit, in der viele "jüdische Lebenswege" - so der Name der Ausstellung in Kleinsteinach - gewaltsam endeten.

Lob für politisch Verantwortliche

Große Anerkennung wurde den im Landkreis politisch Verantwortlichen für die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit gezollt, den jüdischen Aspekt der Heimatgeschichte der vergangenen drei Jahrhunderte wachzuhalten. red