Wie befangen sind Aufsichtsratsmitglieder in stadteigenen Unternehmen? Der Stadtrat muss die Jahresabschlüsse der Unternehmen wie SÜC und Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) jeweils genehmigen sowie Geschäftsführung und Aufsichtsrat entlasten. Aber dürfen die Stadträte in den Aufsichtsräten da mit abstimmen? Diese Frage warf Dominik Sauerteig (SPD) auf, selbst Jurist. Es brauchte eine kurze Sitzungspause, bis Rechtsdirektor Willi Kuballa vermelden konnte, dass so verfahren werden könne wie bisher - denn bislang haben immer alle Stadtratsmitglieder in solchen Fällen mit abgestimmt. Aber zur Sicherheit soll dieser Punkt noch einmal eingehend geprüft werden.

Auf die Beschlussergebnisse hätte sich das nicht ausgewirkt: Alle Jahresabschlüsse wurden einstimmig gebilligt, und das waren immerhin fünf. Die SÜC stellte ihren Geschäftsbericht vor, die WSCO, die Coburg Stadt und Land GmbH, erstmals die VHS und die GmbH Zukunft.Coburg.Digital.

Was die SÜC angeht, so lag der Bilanzgewinn 2018 erstmals seit Jahren unter einer Million Euro. 700 000 Euro lautete das Ergebnis 2018; in den vorangegangenen vier Jahren waren es durchschnittlich drei Millionen Euro gewesen. Geschäftsführer Wilhelm Austen begründete das unter anderem damit, dass die SÜC ihre Wasserkraftwerke Hausen und Oberwallenstadt modernisierte. Das kostete nicht nur Geld; in dieser Zeit wurde auch kein Strom erzeugt. Insgesamt habe die SÜC im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Euro in den verschiedenen Geschäftsbereichen investiert.

Nur 23 Prozent des Strompreises unterliegen derzeit marktwirtschaftlichen Bedingungen, wie Austen sagte. Es tobe ein Preiskampf, dem die SÜC begegnen wolle mit Kundenorientierung, der Verschlankung und Digitalisierung ihrer Prozesse und neuen Angeboten wie Telekommunikation.

Mit dem Jahr 2019 habe eine neue Regulierungsperiode begonnen, sagte Austen. Das lasse wieder höhere Netzentgelte erwarten und damit ein besseres Geschäftsergebnis.

Austen räumte ein, dass es Personalmehrungen gab. Vor allem im Aquaria seien Leute eingestellt worden, viele in Teilzeit. Busfahrer zu finden sei schwierig. "Wenn wir einen finden, stellen wir den ein - ohne Rücksicht auf Verluste." Aus diesem Grund werde seit vorletztem Jahr auch wieder in die Zusatzversorgung für Busfahrer eingezahlt. Die Busfahrer der SÜC unterliegen nicht dem Tarif für den öffentlichen Dienst, sondern werden nach einem anderen Tarifvertrag bezahlt.

VHS mit Plus fürs Jubiläum

Neu im Reigen der Berichterstatter ist VHS-Geschäftsführer Rainer Maier. Bislang sei man davon ausgegangen, dass der Oberbürgermeister den Jahresabschluss der GmbH ohne formellen Stadtratsbeschluss absegnen dürfe, weil der städtische Zuschuss ja im vorhinein auf drei Jahre festgelegt sei, sagte Maier. Weil sie auch Drittmittel einwerben kann, erwirtschaftete die VHS 2018 einen Überschuss von rund 25 500 Euro. Der fließt in die Rücklage ein, die damit auf knapp 354 000 Euro anstieg. Damit finanzierte die VHS zum Teil die Veranstaltungen zu ihrem Jubiläumsjahr 2019. sb