Stühle hin, Stühle weg, Stühle hin, Stühle weg... das Stühlerücken bei den fünf Konzerten des HUK-Coburg-Open-Air-Sommers ist für Gaby Heyder und ihre Mitarbeiter diesmal eine echte logistische Herausforderung.
"Wir hätten gerne drei Tage bestuhlt und dann zwei Tage nicht bestuhlt", sagt die Geschäftsführerin des Veranstaltungsservice Bamberg lachend im Gespräch mit dem Tageblatt. Doch so einfach geht's leider nicht. Zum Auftakt bei den Kellys (Freitag, 17. August) ist im vorderen Bereich vor der Bühne bestuhlt. Das James-Blunt-Konzert am folgenden Tag (Samstag, 18. August) ist zwar voll bestuhlt, damit die Technik-Trucks bis vor die Bühne fahren können, müssen aber zunächst auch die Stühle vom Kelly-Konzert wieder weggeräumt werden.


Montag: Durchschnaufen!

Und so geht es munter weiter: Stühle weg bei Revolverheld (Sonntag, 19. August), Stühle wieder hin bei Santiano (Dienstag, 21. August) und Stühle wieder weg bei A-ha (Mittwoch, 22. August). "Montag ist Pause", sagt Gaby Heyder, Zeit zum Durchschnaufen.
Gut, dass es sich um Klappstühle handelt, die (insgesamt 6000 Stück) ließen sich einfach auf Paletten stapeln und in "irgendeiner Ecke" verstauen, bis sie wieder gebraucht werden, sagt Gaby Heyder. Übrigens: Seinen eigenen Klappstuhl mitzubringen, ist verboten! (Siehe Bericht unten rechts).
Mit dem bisherigen Kartenverkauf sei sie grundsätzlich sehr zufrieden, sagt die Veranstalterin. "James Blunt wird der absolute Knaller, das wird total voll!" Für ihn und Santiano gebe es noch Restkarten, die Kellys sind so gut wie ausverkauft. Lediglich die norwegische Kult-Band A-ha könnte etwas besser laufen, findet Heyder. Die Tendenz, dass es internationale Künstler offenbar schwerer haben, habe sich in den letzten sechs, sieben Jahren abgezeichnet. Diesem Trend dürfe man sich nicht verschließen, so Heyder. Deutsche Künstler seien auf dem Vormarsch und im Open-Air-Bereich sehr stark repräsentiert. "Der Zwang, internationale Künstler zu holen, ist dadurch nicht mehr so hoch", erklärt Gaby Heyder.
Kommenden Montag geht es auf dem Schlossplatz in die heiße Phase. Zunächst muss die Bühne eingemessen werden. "Da sieht man noch nicht viel, aber es ist der wichtigste Part", sagt Heyder. Weicht die Bühne nur ein paar Grad von der berechneten Position ab, kommen sich nach ein paar Metern Bestuhlung und Rondell ins Gehege. Deshalb ist Genauigkeit hier sehr wichtig.
Der Aufbau der Bühne und Infrastruktur beginnt am Dienstag. Donnerstag ist Technik-Tag, und ab Freitag kommen die einzelnen Produktionen. "Das ist heute nicht mehr so wie früher. Da fuhren die Künstler im Auto vor, mit ihren Instrumenten auf dem Schoß", erinnert sich Gaby Heyder schmunzelnd. "Heute bringt jeder noch einen eigenen Truck mit."
Und der Inhalt des jeweiligen Trucks muss dann mit der vorhandenen Bühnentechnik abgestimmt werden. Die Kelly Family zum Beispiel möchte eine doppelt so große LED-Wand haben, nicht nur die vorhandenen Paneele rechts und links, sondern auch in der Mitte. "Und die Kellys haben wahnsinnig viel Personal dabei, ihre eigene Technik-Company", berichtet Gaby Heyder.


Spezial-Wünsche kurz vor knapp

Die Künstler selbst sind meistens schon den ganzen Sommer auf Tour und haben daher ihre eigene Feinabstimmung im Kopf. Für den lokalen Veranstalter ist dann aber oft erst kurz vor dem Konzert Zeit. "Mit dem Revolverheld-Techniker können wir zum Beispiel ab Dienstag über das Konzert sprechen", sagt Gaby Heyder. Nervös macht das die erfahrene Veranstalterin nicht mehr, aber ärgerlich sei es manchmal schon, wenn auf den letzten Drücker noch ein Spezial-Wunsch komme. "Wenn man etwas kurzfristig bestellen muss, ist es oft schwierig."
Marius Müller-Westernhagen, der im vergangenen Jahr auf dem Schlossplatz gastierte, wollte zum Beispiel kurz vor knapp noch zwei Verfolger-Spots haben. "Die mussten eine bestimmte Stärke haben, die gab es einfach nicht", erzählt Gaby Heyder. Letztlich musste sie die Spots aus Berlin liefern lassen, was natürlich entsprechend teuer war. "Da fragt man sich schon mal: Hätte er das nicht zwei Monate vorher sagen können?" Aber es klingt dann schon wieder ganz entspannt, wie sie lachend sagt: "Das wird sicher diesmal auch noch passieren."