Das Jugendgericht am Amtsgericht Haßfurt stellte ein Strafverfahren wegen Diebstahls gegen eine junge Frau gegen eine Geldauflage ein.

Der Stress mit ihrem Freund, den Arbeitskollegen und ihrem Großvater ließ die 18-jährige Auszubildende aus dem Landkreis Haßberge nach eigenen Angaben am 5. September vergangenen Jahres zur Diebin werden. Zweimal entwendete sie in kurzem Abstand in zwei Läden in der Haßfurter Innenstadt insgesamt drei Blusen für rund 130 Euro.

"Kompletter Schwachsinn"

Sie wurde vom Ladenpersonal erwischt und angezeigt, so dass sie sich am Montag vor dem Jugendgericht des Amtsgerichts in Haßfurt verantworten musste. Bei ihrer Aussage vergoss sie bittere Tränen. Sie habe sich verlassen gefühlt, sagte sie zu ihrer Verteidigung. "Ich wollte was Böses tun, weil jeder mir was Böses wollte", gab sie zu Protokoll und räumte gleich ein: "Es war kompletter Schwachsinn, kindisch."

"Wie aus einem Guss"

Bereits im Jahr 2014 war sie schon einmal bei einem Diebstahl erwischt worden. Eine typische Diebin sei sie aber nicht, betonte der Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich. Ihr Leben verlaufe "wie aus einem Guss", sagte er vor Gericht. Sie sei in ihrem Heimatort sozial integriert, habe die Realschule erfolgreich absolviert und stehe im dritten Lehrjahr.

Franz Heinrich empfahl eine Einstellung des Strafverfahrens gegen eine Geldauflage, dem sich das Gericht anschloss. Als Auflage muss die Teenagerin nun 200 Euro an den Jugendhilfefonds Haßberge berappen.