Zur Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 rufen die Coburger Jusos auf, am Samstag, 9. November, die Stolpersteine zu putzen.

Putzzeug mitbringen

Treffpunkt für die Helfer ist um 13 Uhr das Coburger Rathaus. Sie sollten Putzlappen und kleine Eimer mitbringen.

Gleichzeitig weisen die Jusos in einer Pressemitteilung auf den Gedenkweg zur Reichspogromnacht der AG Lebendig Erinnerungskultur des DGB, des EBW, der Initiative Stadtmuseum Coburg, des Netzwerks Coburg ist Bunt und des Stadtheimatpflegers hin. Treffpunkt ist am Samstag um 17 Uhr ebenfalls das Rathaus.

In der Reichspogromnacht organisierte die NSDAP im gesamten Deutschen Reich Gewaltaktionen gegen Bürger jüdische Glaubens. Dabei wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1400 Synagogen sowie jüdische Geschäftsräume, Friedhöfe und Privatwohnungen wurden zerstört. Mit dem Novemberpogrom ging die NS-Diktatur dazu über, Bürger jüdischen Glaubens systematisch zu verfolgen und zu ermorden.

Auch Coburg blieb keine Ausnahme: Die Nationalsozialisten gingen mit unglaublicher Brutalität gegen noch in der Stadt lebende Juden vor. Man trieb sie prügelnd durch die Stadt, überfiel ihre Lebens- und Geschäftsräume und zerstörte die Betstube des Predigers Hirsch, seit dem Nutzungsverbot der Synagoge 1932 religiöser Zufluchtsort.

Um an die Coburger Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, wurden seit 2009 "Stolpersteine gegen das Vergessen" verlegt. Diese befinden sich vor den ehemaligen Wohn- oder Wirkungsstätten. Da die Messingsteine mit der Zeit ihren Glanz verlieren und sich verfärben, rufen die Coburger Jusos seit 2012 jedes Jahr zum gemeinsamen Putzen auf. red