In der Stettfelder Bürgerversammlung im Gasthaus Strätz berichtete Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) über die aktuelle Finanzlage der Gemeinde. Erfreulich sei, dass es in den letzten Jahren gelang, die Verschuldung immer weiter abzubauen. Momentan liegen die Stettfelder bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 432 Euro.
Hartlieb sagte, er habe zwar keine genauen Zahlen im Kopf, doch im Schnitt liege diese bei Gemeinden vergleichbarer Größe im Bereich von 700 Euro. "Es geht uns also nicht schlecht", lautete sein Fazit. Allerdings werde es in der nächsten Zeit nötig sein, den Wasserpreis von 61 auf etwa 80 Cent pro Kubikmeter zu erhöhen. Grund dafür sei, dass bei gleich bleibendem Aufwand für die Instandhaltung von Leitungen der Verbrauch immer weiter sinke.


Höhere Müllgebühren

Auch die Preise für Müllentsorgung würden sich erhöhen, kündigte er an. Als Bürgermeister einer der sechs Gemeinden, die die Aufgabe der Müllentsorgung nicht an den Landkreis zurückübertragen haben, betonte Hartlieb, dass auch der Landkreis die Kosten erhöht habe.
Weiter erzählte er, dass im Wohngebiet "An der Flachs" noch drei Bauplätze zur Verfügung stünden. "Die werden aber nicht groß vermarktet", sagte er.
Im Bezug auf das Gelände der ehemaligen Kachelofenfabrik sagte er, er hoffe, dass sich dort bald ein neues Unternehmen ansiedeln kann, das Gewerbesteuer zahlt. Weniger optimistisch äußerte er sich im Bezug auf die Pfarrscheune: "So richtig Schub kriegen wir da nicht rein."
Zu den geplanten Arbeiten am Dorfsee sagte Hartlieb, diese hätten vor allem wegen der Erstellung eines Hochwasserkonzepts lange Zeit auf Eis gelegen.
Zum Ausbau des Kernwegenetzes erklärte er, hier habe zunächst der Mittelweg Priorität. Daher werde er bald die Anwohner zu einem Gespräch einladen. Der Grund, der der Gemeinde gehört, reiche nicht aus, um den Weg auf die nötige Breite zu bringen; es würden also noch Grundstücksflächen von den Anwohnern benötigt.
Ein großer Punkt in der Bürgerversammlung war die Sanierung des Stettfelder Kindergartens. "Das hat uns schon etwas geschockt", sagte Bürgermeister Hartlieb, als es um die Kosten für das Projekt ging. Hier sei eine Komplettsanierung nötig, die rund 330 000 Euro kosten werde. "Zwei Drittel davon bleiben bei der Gemeinde hängen", sagte der Bürgermeister. Nun hofft er auf weitere Fördermöglichkeiten. Ein großer Aufschub der Arbeiten sei nicht wünschenswert, denn es gehe dabei unter anderem um den Brandschutz. So sei auch das Landratsamt dahinter her, dass bald etwas geschehe, sagte er. Der Brandschutz verschlingt etwa 160 000 Euro und die notwendige Dachsanierung 170 000 Euro.
Ein weiteres Thema war die grundlegende Sanierung des Kanals in der Hauptstraße. "Wir werden den Kanal und die Wasserleitung bauen, wenn der Staat auch seine Straße baut", sagte der Bürgermeister. So könnten Kosten gespart werden, wenn der Asphalt für beide Zwecke nur einmal aufgerissen werden muss. Über den Straßenbau werde am Dienstag entschieden; sollte es einen Zuschlag für die Straße geben, so könnte die Ausschreibung für den Kanalbau im März beginnen. Die Kosten für die Kanalsanierung schätzte der Bürgermeister auf rund zwei Millionen Euro. Um die Bürger angesichts der großen Zahl zu beruhigen, betonte er: "Das wird dann aber ein Projekt für die nächsten 50 bis 60 Jahre."
Ebenfalls zur Sprache kam die Frage nach der weiteren Nutzung der alten Schule. Die Stettfelder Grundschüler werden künftig die Schule in Ebelsbach besuchen - ab dem nächsten Schuljahr soll es also keine Grundschule mehr im Ort geben. Über eine weitere Nutzung des Gebäudes ist bisher nicht entschieden. Der Bürgermeister sagte, er sei offen für jede Idee.
Eine Unterbringung von Asylbewerbern im Schulgebäude wolle er nicht. Dies habe aber nichts mit einer ablehnenden Haltung den Flüchtlingen gegenüber zu tun, betonte er. Vielmehr gehe es darum, die freiwilligen Helfer nicht noch weiter zu belasten, die jetzt schon viel zu tun hätten und wenig Unterstützung erfahren, bedauerte er. ps