Wallenfels — Unter großer Anteilnahme wurde gestern der Geologe Harald Tragelehn in seiner Heimatstadt Wallenfels zu Grabe getragen. Er verstarb im Alter von nur 56 Jahren nach schwerer Erkrankung. Mit Harald Tragelehn verliert der Frankenwald einen außergewöhnlichen Wissenschaftler und Kenner der heimischen Geologie und der Natur. Nach seinem Abitur am Frankenwald-Gymnasium studierte er in Würzburg und Erlangen Geologie, wechselte dann an die Universität in Köln und promovierte.

Viele Jahre lebte der Verstorbene außerhalb der Region, ehe er 2007 wieder in den Frankenwald zurückkehrte. Sein in der Welt erworbenes Wissen brachte er mit in die Region und engagierte sich insbesondere beim Frankenwaldverein. Auf seine ihm eigene Art schaffte es Harald Tragelehn, Millionen Jahre alte Steine zum Sprechen zu bringen. Er ließ die raue Landschaft des Frankenwaldes Geschichten erzählen, wie die Menschen vor hunderten von Jahren hier lebten. Auch über die vielen Denkmäler und kulturellen Bräuche wusste er wie kaum ein anderer Bescheid. Oft zog er mit Hammer, Lupe und Kamera sowie einem Rucksack auf dem Rücken, zu seinen Forschungsarbeiten los.

Bei unzähligen wissenschaftlichen Vorträgen, Führungen und Wanderungen vermittelte Tragelehn mit Herzblut vielen Menschen dieses eindrucksvolle Wissen über unsere Heimat, den Frankenwald. Große Aufmerksamkeit erregte dabei die Ausstellung mit Kartographien und Wanderkarten zurückliegender Jahrhunderte 2015 in Wallenfels.

Sowohl in seiner Ortsgruppe als auch im Frankenwaldhauptverein übernahm Harald Tragelehn Verantwortung in der Gremienarbeit. Im Frankenwaldhauptverein übte er von 2009 bis 2018 das Amt des Hauptkulturwartes aus. Ihm ist zu danken, dass er sich sehr frühzeitig für den Erhalt der Köhlerei im Frankenwald eingesetzt.

Bleibende Spuren seiner Arbeit sind unter anderem die zahlreichen Geopfade im Frankenwald, die er konzipiert und mitgestaltet hat. Eng verbunden mit dem Namen Tragelehn wird der Geopark Schieferland bleiben, dessen Entstehen auf seine treibende Kraft zurückzuführen ist. Ein besonderes Werk ist zudem der Qualitätswanderweg "Fränkisches Steinreich", der auf 75 Kilometern Länge die Naturräume von Frankenwald und Fichtelgebirge verbindet.