Dass Gemeinderäte immer wieder über dieselbe Sache verhandeln, ist normalerweise nicht möglich. Dennoch stellte Norbert Groß (CSU) erneut einen Antrag, eine stationäre solarbetriebene Geschwindigkeitsmessanlage in der Bamberger Straße aufstellen zu lassen. Der Sachverhalt habe sich geändert, betonte Groß.

Viel zu schnell

Aktuelle Geschwindigkeitsmessungen haben ergeben, dass von Azendorf kommend in diesem Bereich viel zu schnell gefahren werde. Im April hielten sich 843 Fahrzeuge an die Geschwindigkeit von 50 km/h, bei den Messungen im November waren dies nur noch 428 Fahrzeuge. 311 Fahrzeuge hatten 90 Stundenkilometer und mehr auf dem Tacho, im April waren es nur 142. Mit diesen Zahlen sah Norbert Groß die "veränderten Voraussetzungen" als gegeben.

Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) schickte voraus, dass generell jeder Antrag auf die Tagesordnung gesetzt werde. Die Räte hätten dann darüber zu entscheiden, ob die eingetretenen Veränderungen so gravierend seien, dass erneut über den Sachverhalt diskutiert werden solle. Irene Ellner (CSU) hielt mit ihrer Meinung, dass nicht erneut über den Punkt debattiert werden solle, nicht hinterm Berg. Doch die Abstimmung ergab, dass nur vier Gemeinderäte gegen eine neuerliche Behandlung der Geschwindigkeitsproblematik stimmten.

"Ich finde zwar, dass sich die Voraussetzungen nicht geändert haben", sagte Rainer Macht (CSU). Dennoch hatte er für eine Behandlung des Themas gestimmt. "Ich finde, wenn wir die Messanlage befürworten, dann müssen wir 15 solche Dinger anschaffen. Mit gutem Willen kommt man da nicht weiter", erklärte Rainer Macht (CSU).

"Ich sehe nicht die ganz große Gefahr in diesem Bereich. Wenn wir die Anlage aufstellen, müssen wir auch welche in Krumme Fohre und Azendorf aufstellen. Ich finde, das mobile Gerät, das wir jetzt haben, ist ausreichend", erklärte Hans Lauer (CSU).

Nach ausführlicher Diskussion stimmten schließlich acht Gemeinderäte für die Anschaffung einer solarbetriebenen fest installierten Anlage. Im Vergleich zur August-Abstimmung hatte offenbar ein Rat seine Meinung geändert.

Die Verwaltung wird aus diesem Grund eine solche Geschwindigkeitsmessanlage für 3423,63 Euro anschaffen. Die Aufstellung übernimmt der Bauhof. Allerdings zeige eine solche Messanlage lediglich die Geschwindigkeit, sie sei nicht mit Strafen oder Bußgeldern verbunden.

Neues Einfamilienhaus

Keine Einwände hatten die Mitglieder des Kasendorfer Marktgemeinderates gegen den Bauantrag für den Abbruch des Anwesens in der Bamberger Straße 8 und die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses auf demselben Grundstück. Das Haus entspreche im Stil dem Altbau. Auch die Abstände seien wie vorher.

Nur eine Formsache war die Erteilung einer sogenannten Daueraußenstart- und -landeerlaubnis für Motorgleitschirme in Lopp. Alle vier Jahre muss die Genehmigung erteilt werden. Auch bislang liegt eine solche Genehmigung vor, niemand habe sich über eine Lärmbelästigung beklagt.

Die Kirchengemeinde Kasendorf bekommt einen Zuschuss für die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Höhe von 3000 Euro. Dies entspricht exakt dem Beitrag, der auch im Vorjahr geleistet wurde. Auch bei der Bezuschussung der Vereine blieb in diesem Jahr alles beim Alten.

Die Vereinszuschüsse wurden nach Jugendarbeit und Mitgliederzahlen berechnet. Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) gab zu bedenken, dass in der neuen Amtsperiode die Bezuschussung überdacht werden könnte. Die Bürgerstiftung "Unser Kasendorf" muss einen Betrag in Höhe von 210 Euro ausschütten.

Dieser soll den Jugendfeuerwehren Peesten und Kasendorf zugutekommen, entschieden die Räte einhellig. Außerdem schloss die Bürgerstiftung, die ihr Vermögen übrigens nicht vermehren konnte, eine Vereinbarung mit dem CVJM Kasendorf und der DT (Deutsche Stiftungstreuhand), dass eine Theatergruppe, die vom CVJM getragen wird, mitfinanziert werden könne.