Ein Jahr vor der Kommunalwahl treffen sich die Jungen Coburger bereits regelmäßig, um ihr politisches Programm zu entwickeln. "Wir wollen nicht kurzfristige Akzente setzen, sondern langfristig denken und die besten Lösungsansätze für eine zukunftsfähige und moderne Stadt Coburg finden", sagt Vorsitzender Maximilian Forkel. Am Ende werde eine Mitgliederversammlung das Wahlprogramm verabschieden.

Einer der ersten Schwerpunkte soll Coburg als echte Familienstadt sein. Ein Vorschlag hierzu: Die Einführung einer Familien-App, die zudem von einem hauptamtlichen Kinderbeauftragten gepflegt wird. "Wir haben eine hauptamtliche, gesetzlich geforderte Gleichstellungsbeauftragte, doch unser Kinderbeauftragter muss seine Schützlinge ehrenamtlich vertreten?", fragt Ingolf Stökl, ehemaliger Stadtbrandrat und vierfacher Familienvater. Er will 2020 für die JC als Stadtratskandidat antreten. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Jungen Coburgern, lies aber das Engagement während seiner Amtszeit als Stadtbrandrat ruhen. Nun ist er zurück.

JC-Vorstandsmitglied Terzo Pfadenhauer sieht in der Familien-App eine Koordinierungsmöglichkeit für Familien-Veranstaltungen. Die App könne aber auch eine praktische Hilfe darstellen, beispielsweise zur Einhaltung von Vorsorgeuntersuchungen, erklärte Pfadenhauer. Außerdem halten es die JC für denkbar, dass darüber auch ein völlig neues Projekt koordiniert wird, nämlich der umfassende Einsatz von ehrenamtlichen Schulwegbegleitern zur Sicherung der Schulwege.

Die beiden JC-Stadträte Maximilian Forkel und Kurt Knoch kündigen an, die kostenfreie Schülerbeförderung und die Abschaffung der Drei-Kilometer-Grenze zu einem Hauptwahlkampfthema machen zu wollen, "wenn sich im bisherigen Stadtrat keine Mehrheit für eine wirkliche Verbesserung finden lässt!" Die Schulwegkostenfreiheit ist per Gesetz geregelt; ab einem Schulweg von drei Kilometern werden Kosten erstattet.

Außerdem berichten Forkel und Knoch von einem Mitgliederzuwachs. Einer der Neuen ist Sebastian Wlasek, Betriebsleiter eines Coburger Unternehmens und aktives Mitglied der Bertelsdorfer Feuerwehr. "Insbesondere meine wirtschaftlichen Kenntnisse und Netzwerke als ehemaliger Vorsitzender und aktives Vorstandsmitglied der Coburger Wirtschaftsjunioren möchte ich in die Stadtpolitik einbringen", erklärte Wlasek. Ein weiterer Zugang ist Stefan Reingruber, der in Löbelstein durch sein ehrenamtliches Engagement bekannt ist. "Dem östlichen Teil unserer Stadt fehlt eine junge Stimme im Stadtrat, die mutig vorangeht - das will ich ändern", erklärte er.

Stefan Reingruber ist der Enkelsohn des verstorbenen Peter Reingruber, der mehr als 30 Jahre lang Mitglied im Coburger Stadtrat war (bis 2002) und viele Jahre die CSU-Fraktion führte. 2007 gehörte er zu denen, die die Christlich-Sozialen Bürger (CSB) gründeten. Damals spaltete sich die CSU-Stadtratsfraktion. sb