Am kommenden Freitag, 2. Februar, begeht die katholische Kirche das Fest "Mariae Lichtmess", das auch als "die Darstellung des Herrn" bezeichnet wird. Die Darbringung des neugeborenen Jesuskindes im Tempel 40 Tage nach der Geburt ist auf zahlreichen spätgotischen Abbildungen dargestellt.
Der Heimatverein führt seit Jahren am Lichtmesstag eine kostenlose abendliche Führung durch, um an das Brauchtum zu erinnern, so auch am Freitag. Im Anschluss können sich die Gäste im geheizten Schmuckstück des Vereins, dem Steinweg 5, bei Glühwein aufwärmen. Treffpunkt für die Führung ist um 18 Uhr am Schusterbrunnen im Schlosshof.


Ein altes Fest

Lichtmess ist eines der ältesten kirchlichen Feste und wurde bereits im siebten Jahrhundert aus der Ostkirche übernommen und unter dem Namen "Mariae Reinigung" eingeführt. Die Bezeichnung Mariae Reinigung wiederum geht auf das jüdische Brauchtum zurück, dass eine Frau erst 40 Tage nach der Geburt wieder rein war.
In Franken hat sich wegen der Kerzenweihe und der Lichterprozesssionen an diesem Tag der Name "Lichtmess" eingebürgert. Die Tage werden nun sichtbar länger und früher begann das bäuerliche Jahr mit Arbeiten im Außenbereich. Bei den Bauern galt der Wahlspruch: "Bei Lichtmess am Tag zu Nacht ess´!", weil man ab dem 2. Februar die Abendmahlzeit in den dunklen Stuben noch bei Tageslicht einnehmen konnte. Schließlich gab es das Abendessen in dieser Jahreszeit bereits gegen 16 Uhr. Im bäuerlichen Jahreskreislauf war es früher üblich, an Mariae Lichtmess die Herrschaft zu wechseln. Viele Haushaltsbücher und Kirchenrechnungen wurden nicht nach dem Jahreskalender, sondern von Lichtmess zu Lichtmess geführt.