JOsef Hofbauer Selbst auf dem Ebermannstadter Friedhof gehen die Dinge den Weg allem Irdischen. Die Treppe zur Aussegnungshalle ist marode, der Kalkfelsen am Eingang platzt auf und die Mauern bröckeln vor sich hin. Der asphaltierte Weg ist holprig, denn das Erdreich sackt ein, wenn die Särge der Verstobenen morsch werden. Eine Sanierung ist daher überfällig.

Landschaftsplaner Max Wehner von Team 4 aus Nürnberg unterbreitete daher den Mitgliedern des Bauausschusses Ideen, wie der, von Gartenbaudirektor Victor Luster aus Bamberg angelegte Friedhof umgestaltet werden könnte. Ein Hauptproblem: Die Wege sind zu schmal. Erdarbeiten würden sich verdreifachen, wenn keine großen Brummis das Material abtransportieren könnten.

Fahren den Toten über die Füße

"Wir fahren den Verstorbenen quasi über die Füße, wenn ein Bestatter den Hauptweg passiert" verdeutlichte Landschaftsplaner Wehner. Stadtrat Klaus Neuner (CSU) befürchtete deshalb einen Aufschrei aus der Bevölkerung. Eine Verbreiterung des Weges auf 1,80 bis zwei Meter sei aber unabdingbar, so der Landschaftsplaner. Außerdem ist das Friedhofstor zu schmal, so dass Schwerlastfahrzeuge nicht passieren können. Ob der Zugang verbreitert werden kann oder ob das Tor abgebaut und nach der Sanierung wieder in der jetzigen Form errichtet werden kann, soll mit Christian Dümler vom Landesamt für Denkmalpflege abgesprochen werden. Wie die Sanierung des Gehweges im Detail vor sich gehen soll, ist deshalb noch offen.

Fest steht: Entlang des Hauptweges sollen große, Schatten spendende Bäume gepflanzt werden. Sie fehlen auf dem Ebermannstadter Friedhof nahezu komplett. Sie sollen die Blickachse vom Friedhofstor zur Aussegnungshalle säumen. Hier entschieden sich die Räte für eine breitere Bepflanzung, auch wenn dafür Teile der Hecke weichen müssen.

Max Wehner schlug als mögliche Baumarten Buchen, Linden oder Maulbeerbäume vor. Letztere würden in der Bibel erwähnt und hätten so einen Bezug zum Friedhof. Außerdem seien diese Bäume resistenter im Hinblick auf den Klimawandel. Als Alternativen wurden Hainbuchen, der japanische Schnurbaum oder der Feldahorn genannt. Wegen des Prozessionsspinners riet Wehner allerdings von Eichen ab.

Links und rechts der Treppe zur Aussegnungshalle sollen auf alle Fälle Urnengräber entstehen. Unabhängig davon soll ein Gedenkgarten angelegt werden, der ausschließlich für Urnenbestattungen reserviert wird. Im Sinne einer einheitlichen Gestaltung soll es hier keine individuelle Bepflanzung geben. Jedes Einzelgrab ist in einer vorgegebenen Folge angeordnet und besteht lediglich aus einer einheitlichen Steinplatte, die bodengleich in den Rasen eingesetzt wird. Im Anschluss an diese Platten werden Sträucher gepflanzt, deren Pflege Mitarbeiter des Bauamtes oder eine Gärtnerei übernehmen sollen.

Rondellförmiger Gedenkgarten

In Abstimmung mit Bürgern, die sich seit Jahren für die Pflege und Gestaltung des Friedhofes engagieren, soll der Gedenkgarten kreisförmig angelegt werden. Stadtrat Ludwig Brütting (FW), der sich für eine orthogonale, sprich rechtwinklige Anordnung aussprach, konnte sich hier nicht durchsetzen.

In die kreisförmige Struktur sollen Urnenröhren aus Edelstahl eingesetzt werden. Sie sind so gestaltet, dass bis zu vier Urnen übereinander beigesetzt werden können. Erdarbeiten werden dadurch bei einer Bestattung überflüssig. Eingerahmt wird der Gedenkgarten durch vier Bäume, wobei an zwei Ecken zusätzliche Urnenwände entstehen. Kreisrunde Sitzbänke laden hier zum Verweilen ein. Die Kosten des Gedenkgartens bezifferte Landschaftsplaner Wehner auf 287 358 Euro.