Der Bau- und Umweltsenat hat einer 1991 begründeten Tradition zufolge wieder je drei Urkunden und Medaillen für gelungene Altbausanierungen vergeben. Gewürdigt wird damit die Initiative privater Eigentümer, die ihre Gebäude beispielhaft saniert, fachgerecht umgebaut und einer zweckmäßigen Nutzung zugeführt haben. Die Urkunden und Plaketten erhalten die Besitzer zusammen mit der Fassadenprämierung des Vereins Stadtbild Coburg am 27. August.
Mit Sanierungsmedaillen ausgezeichnet werden Gitta und Martin Würth (Lutherstraße 20), die Firma Flenner-Winter (Steingasse 24, ehemals Druckerei Dornheim) und Dr. Jens Thielert und Erika Thielert-Keil (Pfarrgasse 3 und 4). Urkunden für Altbausanierungen erhalten die Firma F&W-Immobilien für das Gebäude Steintor 4, Petra Unewisse (Ketschengasse 45) und die Firma Singh & Singh (Heiligkreuzstraße 8).


In herzoglichem Besitz

Das Haus in der Steingasse 24 wurde im 16. Jahrhundert als dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Im 17. Jahrhundert folgte ein Umbau, 1900 erhielt das Eckhaus zur Unteren Anlage eine neubarocke Putzfassade. Der Ehrenburg gegenüberliegend war das Gebäude von 1801 bis 1901 in herzoglichem Besitz und diente anfangs als Unterkunft für Gäste. Anschließend beherbergte das Haus die Druckerei Dornheim. Von 2002 bis 2016 war das Gebäude in städtischem Besitz, stand leer und verfiel zunehmend.
Bernward Flenner und Maria Winter hatten sich in das Dornheim'sche Palais trotz der massiven Schäden verliebt und haben es mit immensem Aufwand nach den historischen Vorgaben saniert. Der Zuschnitt der Wohnungen wurde nicht verändert, herausragend sind die Balkone und Terrassen an der Rückseite. Die Brüstungen der Fenster des zweiten Obergeschosses weisen stuckierte Embleme mit freimaurerischen Symbolen auf.
Ebenfalls eine Sanierungsmedaille erhalten Jens Thielert und Erika Thielert-Keil. Eigentlich wollten sie nur eines der beiden Häuser in der Pfarrgasse erwerben und sanieren, dann wurden es beide benachbarten Gebäude. Im gemeinsamen Hinterhof wurde ein Laubengang mit Originalbauteilen aus der gleichen Zeitepoche eingebaut, die Wohnungen sind aufwändig saniert und modernisiert worden.
Die dritte Sanierungsmedaille geht an Gitta und Martin Würth. Ein altes Werkstattgebäude mit einem Zollingerdach steht unscheinbar in der zweiten Reihe in der Lutherstraße. Es wurde in der Vergangenheit saniert und zur Wohnung umgebaut.