christiane Reuther

"Sich feiern lassen und den Abschluss würdig genießen." So lautete das Motto für 179 Abiturientinnen und Abiturienten am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt. Die jungen Frauen und Männer standen am Freitagnachmittag während einer großen Abschiedsfeier im Rampenlicht. Im "Silberfisch", dem Ganztagsgebäude des Schulzentrums, wurden sie nach zwölf Jahren Schulzeit offiziell entlassen. Im Beisein von zahlreichen Gästen überreichte Oberstudiendirektor Max Bauer die Zeugnisse mit dem Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife.


Entwicklung

Der Schulleiter ging auf den Prozess des Erwachsenwerdens ein, an dem die Schule seiner Meinung nach keine unerhebliche Rolle spielt. Dem Auftrag gemäß solle in der Schule für das Leben gelernt werden, sie sei aber auch eine Art Schonraum und elternfreie Zone, in die man sich zurückziehen könne. Zum Erwachsensein gehört laut Bauer, die richtige Balance zu finden zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit des Tuns. Dies bedeute: Schwierigkeiten und Rückschläge des Lebens als Herausforderung ansehen, Gelerntes reflektieren und vernetzen, um eine Wissensbasis zu schaffen, auf der Neues entstehen kann. Das Wissen müsse, so Bauer, in den Köpfen vorhanden sein und nicht auf externen Festplatten oder bei Wikipedia. Als Beitrag zum Erwachsenwerden biete die Schule eine Vielzahl von Reibungsflächen, wie etwa in der Auseinandersetzung mit Mitschülern oder den Lehrkräften. Dies eröffne dank der Altersmischung und der unterschiedlichen Handlungsfelder für die Entwicklung sozialer Kompetenzen hervorragende Übungsmöglichkeiten, sagte er.
Gymnasiale Bildung, die eine intellektuelle Begabung voraussetze, kann aus Sicht des Schulleiters nur erfolgreich sein, wenn man nicht vergisst, dass ein stabiles und gefestigtes Wissensfundament nur durch Üben und Wiederholen erreicht werden kann. So könne die gymnasiale Bildung im Zeitalter der digitalen Revolution nur gelingen, wenn das Gymnasium junge Menschen auch in Zukunft befähige, sich gegenüber ihrer Umwelt eigensinnig und kritisch zu verhalten, betonte Max Bauer.


Appell des Landrats

"Erfolg ist, wenn man auf viele Entscheidungen zurückblickt und sich dabei ein breites Grinsen in seinem Gesicht manifestiert." Mit einem Zitat des Unternehmensberaters Alexander Kissel gratulierte Landrat Wilhelm Schneider nicht nur den Abiturientinnen und Abiturienten zum bestandenen Abitur, sondern auch den Eltern. Sie hätten in den letzten Wochen mitgezittert und Freude und Enttäuschung geteilt sowie in den vergangenen Jahren viel Kraft, Freude und Liebe investiert, um sich nun stolz auf Tochter oder Sohn zu zeigen, die ihr Abiturzeugnis erhielten.
Mit dem Abiturzeugnis in der Tasche sind die jungen Frauen und Männer nach Meinung des Landrats nun bestens für die "Reise in die Zukunft" gerüstet. Schneider warb dafür, dass sie in der Region bleiben. Der lebenswerte und familienfreundliche Landkreis sei auch ein florierender Wirtschaftsstandort.


Auszeichnungen

Für die besten Abiturienten und Leistungen gab es Preise. Gleich zwei Abiturientinnen legten ihre Abiturprüfungen mit der Traumnote 1,0 ab. Dies sind Fabienne Göpfert aus Junkers-dorf und Paula Wunderlich aus Sulzbach. Milena Enders aus Zeil und Leonie Rauschmann aus Haßfurt lagen mit 1,1 und Celine Freiberger mit 1,2 nur knapp dahinter. Alle fünf Schülerinnen bekamen den Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung sowie teilweise weitere Preise für besondere Leistungen in bestimmten Fächern: Fabienne Göpfert (Mathematik und Latein), Paula Wunderlich (Mathematik, Wirtschaft und Recht, Latein), Milena Enders (Deutsch und Mathematik), Leonie Rauschmann (Deutsch).
Weitere Preisträger wurden: Alena Hirschlein (Hofheim): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung in den modernen Fremdsprachen.
Ferdinand Horch (Greßhausen): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung in den Naturwissenschaften.
Laura Schumann (Kottenbrunn): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich.
Luisa Dotzel (Gädheim) sowie Lena Prasser (Sylbach): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung im musischen Bereich.
Anke Kretowicz (Sailershausen): Preis der Sparkasse für herausragende Leistungen in den Abiturprüfungen in Wirtschaft und Recht.
Marina Schemmel (Ottendorf): "Sur-Preis" des Elternbeirates (von der Gemeinschaftspraxis für Kinderheilkunde Behdjati-Lindner/Rein).