Andreas Lösch

Der Gemeinde Breitbrunn gelang es in den vergangenen Jahren, Schulden abzubauen, wichtige Investitionen zu tätigen und dennoch einen "stabilen Haushalt" auch für das Jahr 2018 vorzulegen - der Gemeinderat beschloss am Dienstagabend einstimmig die Haushaltssatzung für das laufende Jahr. Diese wurde letztmals von Kämmerer Marco Weber vorgetragen. "Er wird ja leider wechseln zur VG Theres. Die werden einen guten Kämmerer erhalten", sagte Bürgermeisterin Gertrud Bühl.


Gut wirtschaften

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt rund 1,4 Millionen Euro. Somit hat der Gemeindehaushalt ein Gesamtvolumen von rund 2,9 Millionen Euro. Dass die Haushaltslage stabil ist und auch größere Investitionen gestemmt werden können, liegt laut Bühl unter anderem an den seit Jahren guten staatlichen Förderbedingungen, aber auch an vernünftigen Entscheidungen der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates, wie Bühl weiter ausführte: Seit Jahren musste Breitbrunn "genau kalkulieren und gut wirtschaften, damit die anstehenden Investitionen zum Wohle unserer Gemeinde und Bürger durchgeführt werden können". So wurde bei der Sitzung am Dienstag die bereits im vergangenen Jahr ins Auge gefasste und im Haushalt bereits berücksichtigte "Sandsteinerlebniswelt" zumindest in Frage gestellt: Einige Fördermöglichkeiten hätten sich geändert, die angedachte volle Finanzierung durch "Leader" - ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union - habe sich "in der Zwischenzeit als nicht machbar herausgestellt", sagte Bühl.


Finanzierungslücke

Dennoch sei weiterhin eine hohe Förderung möglich, die Bürgermeisterin hat ihren Angaben zufolge bereits Alternativen ausfindig gemacht, und zudem könnten die Projektkosten von insgesamt 860 000 Euro brutto durch Einsparungen und mehr Eigenleistung noch einmal gesenkt werden, so dass nur rund 700 000 Euro brutto zu Buche stünden. Dennoch bliebe momentan eine Finanzierungslücke von etwa 140 000 Euro für die Gemeinde bestehen. Der Gemeinderat war im Juli 2017 bei seinem ersten Beschluss zur Erlebniswelt noch von maximal 120 000 Euro Kosten für die Kommune ausgegangen. Somit wird das Projekt sicher noch einmal ausführlich in dem Gremium diskutiert werden. "Das ist mit diesem Haushalt nicht beschlossen", betonte Bühl.
Größere Investitionen stehen noch für die energetische und weitere Sanierung des Kindergartens an (insgesamt fast 600 000 Euro, dagegen stehen insgesamt rund 342 000 Euro Förderung und 80 000 Euro Diözese Würzburg). Ebenfalls eine größere Investition ist der Bau des Gemeinschaftshauses Kottendorf, der noch 2018 beginnen soll. Hier sind 220 000 Euro vorgesehen, bei 125 000 Euro Förderung. Hinzu kommen die Baukosten für einen Stellplatz der Feuerwehr (25 000 Euro).
Kämmerer Weber legte dar, dass die Schulden bei rund 112 000 Euro liegen, der Schuldenstand je Einwohner (Breitbrunn hat etwas über 1000 Einwohner) liegt bei 109 Euro.