Die aktuell schwierige Lage in der Forstwirtschaft hat der Vorsitzende des Beirats der Bayerischen Staatsforsten, MdL Martin Schöffel (CSU), zum Anlass genommen, dem Forstbetrieb Nordhalben einen informellen Besuch abzustatten. Bei dem Gespräch mit Forstbetriebsleiter Fritz Maier und dessen Stellvertreter Gerhard Müller wurden die Herausforderungen für den Staatswald durch den Klimawandel ebenso thematisiert wie die schwierige Holzmarktlage und der große fachkundige Einsatz der Beschäftigten.

Natürlich ging es vorrangig um die aktuelle Waldschutz-Situation nach den Trockenjahren 2018 und 2019 sowie den jüngsten Stürmen. Maier berichtete, dass das Orkantief "Sabine" weniger Schäden angerichtet habe als befürchtet. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und werden die geringen Sturmholzmengen aufarbeiten und zu den Kunden bringen." Auch die nach Frostnächten wegen des Rindenabfalls gut zu erkennenden Fichten mit Borkenkäferbefall würden zügig aufgearbeitet und baldmöglichst aus dem Wald abtransportiert.

Käferholz zwischengelagert

Gerhard Müller berichtete über zwei große Holzlagerplätze außerhalb des Waldes in den Landkreisen Kulmbach und Hof, auf denen der Forstbetrieb Borkenkäferfichten lagere. Diese Zwischenlagerung durch die Bayerischen Staatsforsten habe den Holzmarkt entlastet. Jetzt werde das Holz den Sägewerken in der Region zugeführt.

In Kürze werden die Waldarbeiter des Forstbetriebs mit der Pflanzung von Buchen, Eichen, Linden, Hainbuchen, Tannen und Douglasien sowie selteneren Baumarten wie Spitzahorn, Wildbirne oder Elsbeere neue, gemischte Wälder der Zukunft anlegen, die mit der erwarteten Erwärmung und Trockenheit besser zurechtkommen als die jetzigen fichtengeprägten Wälder im Forstbetrieb.

Insgesamt 47 Hektar Klimawald werden heuer am Forstbetrieb Nordhalben neu gesät und gepflanzt.

Abgeordneter ist optimistisch

Martin Schöffel bedankte sich für den großen Einsatz der Beschäftigten. "Die Zeiten für die Forstwirtschaft sind herausfordernd. Trotzdem können wir mit unserem nachwachsenden, hervorragenden Rohstoff Holz aus gemischten Wäldern optimistisch in die Zukunft schauen", sagte er.

Der Beirat der Bayerischen Staatsforsten besteht aus 22 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden. Er berät den Aufsichtsrat und vermittelt gesellschaftliche Anliegen. red