Einen sehr interessanten und informativen Nachmittag erlebten die Senioren der Pfarrei St. Georg in Höchstadt. In seinem Vortrag "Glauben wir alle an denselben Gott?" erläuterte der Referent Helmut Hof, der auch bei dem "Interreligiösen Dialog" im Erzbistum Bamberg mitarbeitet, die unterschiedlichen Wege des Judentums, der Christen und der Mohammedaner zu Gott.

Über Jahrtausende hinweg, so der Referent, hätten sich die großen Religionen in Konkurrenz zueinander wahrgenommen. Daraus sei viel Leid entstanden. Doch heute sei die globale Situation so bedrohlich geworden, "dass wir so nicht weitermachen dürfen".

Die drei Weltreligionen haben in ihren Gebeten viel Gemeinsames: Sie verehren einen alleinigen Gott, beten für den Frieden und glauben an ein "Paradies". Es ist wichtig, mehr auf die verbindenden Elemente unseres jeweiligen Glaubens zu achten und nicht das Trennende in den Vordergrund zu stellen.

Dazu reicht es nicht, den religiösen Weg des jeweils anderen zu tolerieren, sondern wir müssen ihn respektieren. Jeder Gläubige ist in sein religiös geformtes Milieu hineingeboren und darin aufgewachsen und hat vielleicht so seinen Weg zu Gott gefunden.

Dieses Umfeld prägt uns tiefer und intensiver, als man denkt, auch wenn man im Lauf seines Lebens zweifelt oder glaubt, auf der Suche eine "für sich passende" Religion gefunden zu haben. Das zeigt sich an dem Beispiel eines Manns, von dem Hof berichtete: Der Mann war zum Buddhismus übergetreten, wollte dann aber doch ein christliches Begräbnis.

Es gehe nicht darum, welches der richtige Weg sein möge, betonte Hof: "Es geht darum, diesen Weg treu zu gehen und andere Wege nicht als falsch zu verachten." Mit der Metapher "Ich kann durch verschiedene Türen in dasselbe Zimmer gelangen" veranschaulichte der Referent dies noch einmal.

Auf Dauer werde ein friedliches Neben- und Miteinander der monotheistischen Weltreligionen nur dann funktionieren, wenn wir uns gegenseitig respektieren. Pia Hackenberg