Ein Dreier wäre ihm zwar lieber gewesen. Und trotzdem war Martin Reichert nach der Schlusssirene "überglücklich, denn wir hätten genauso gut verlieren können. Das war wirklich ein bärenstarker Gegner." Recht hat er, der Trainer des ESC Haßfurt. Seine Mannschaft kämpfte den ESV Burgau regelrecht nieder. Für den 8:7 (3:2, 2:3, 2:2, 1:0)-Erfolg gab es dennoch nur zwei Punkte, denn Jakub Sramek, der überragende Spieler auf dem Eis, erzielte den Siegtreffer erst in der zweiten Minute der Verlängerung.
Nicht nur die erste "Overtime" im Haßfurter Stadion, in der jeweils nur drei Feldspieler auf dem Eis standen, bot den gut 300 Zuschauern auf den Tribünen Hochspannung. In den gesamten 60 Minuten zuvor war schnelles und phasenweise hochklassiges Eishockey angesagt. "Das war einfach wieder nur Werbung. Tolles Spiel. Mehr kann man nicht sagen", zog Reichert ein kurzes, aber treffendes Fazit.
Daran hatten freilich auch die "Eisbären" großen Anteil. Vor allem der "Slowaken"-Block mit David Tomecko, Boris Drozd, Vladimir Klinga, David Hornak sowie David Heinrich sorgte für mächtig Wirbel bei der der insgesamt nur zwölfköpfigen Gästemannschaft. Nur knapp lagen die "Hawks" nach dem ersten Abschnitt durch Treffer von Alexander Stahl (2.), Marco Hildenbrand (7.) und Michal Bakovic (13.) mit 3:2 in Führung. Nachdem Jakub Sramek kurz nach dem Wiederbeginn auf 4:2 erhöht hatte (22.), gelang David Homak sowie Boris Drozd der Ausgleich (27., 29.), ehe Benjamin Arnold den ESV Burgau sogar erstmals nach vorne brachte (35.). Sramek glich vor der zweiten Pausensirene (34.) aber erneut aus.


Hochkarätige Chancen

Die erneute Führung hatte Michal Bakovic auf dem Schläger, doch der 28-Jährige scheiterte bei einem Alleingang in Unterzahl am Lattenkreuz (37.). Weitere Hochkaräter gab es dann während der hochdramatischen letzten 20 Minuten, als erst David Franek in Unterzahl an dem inzwischen eingewechselten Sebastian Gaßner im ESV-Tor scheiterte (46.). Jeweils mit einem Penalty hatten zudem Georg Lang (51.) sowie - es stand durch weitere Treffer von Haßfurts David Franek und Jakub Sramek (45., 57.) sowie Burgaus Vladimir Klinga und Boris Drozd (52., 56.) mittlerweile 7:7 - Michael Babkovic 15 Sekunden vor dem Ende keinen Erfolg. In der Verlängerung nutzte dann der plötzlich völlig frei vor dem "Eisbären"-Gehäuse auftauchende Sramek die Gelegenheit und holte damit den zweiten Zusatzpunkt für die "Hawks".
Einen Kritikpunkt hatte Reichert dann aber doch, denn mit der Leistung der beiden Unparteiischen war er nur bedingt einverstanden. Auf der anderen Seite zeigte er jedoch Verständnis für die eine oder andere umstrittene Entscheidung, denn für die Schiedsrichter sei das Ganze "einfach viel zu schnell."
ESC Haßfurt: Mart. Hildenbrand, Köhler - Thebus, Stahl, Max Hildenbrand, Marc. Hildenbrand, Marx - Kurz, Lang, Babkovic, Franek, Sramek, Hümmer, Dietrich, Breyer, Vollert / SR: Bösel, Graf / Zuschauer: 237 / Tore für Haßfurt: 1:0 (2.) Stahl (Sramek), 2:1 (7.) Marc. Hildenbrand (Stahl, Sramek), 3:1 (13.) Bakovic (Max Hildenbrand, Thebus), 4:2 (22.) Sramek (Marc. Hildenbrand), 5:4 (34.) Sramek (Babkovic), 6:6 (55.) Franek (Dietrich), 7:7 (57.) Sramek (Bakovic), 8:7 (62.) Sramek / Strafzeiten: Haßfurt 14 plus 10 Disziplinarstrafe gegen Lang / Burgau 12