Es ist zur Tradition geworden, dass der Historische Verein Bamberg seinen "Bruderverein" im Landkreis Haßberge einmal pro Jahr besucht. Diesmal fand der Besuch aus historischer Sicht sogar weitestgehend in ehemals bambergischen Herrschaftsgebieten statt. Allerdings traf man sich zunächst im "würzburgischen" Mariaburghausen, wo Kreisheimatpfleger Wolfgang Jäger die Besucher durch das einstige Kloster mit seiner reichen Geschichte führte. Viele Teilnehmer wussten bis dahin noch nicht, wie aus einer Mitteilung des Historischen Vereins Landkreis Haßberge hervorgeht, dass es hier einst ein Dorf gab.
Anschließend fuhr die Gruppe nach Zell am Ebersberg, das vor über 200 Jahren im herrschaftlichen Sinne noch Teil des Fürstbistums Bamberg war. Silke Blakeley (Limbach) führte die Gruppe durch eine Landschaft, die voll von historischen Spuren ist. Allerdings weniger in Form von Ruinen, sondern eher lebendig. Die Pflanzen, die man in den einstigen Burggärten gezielt anbaute, haben oft bis zum heutigen Tag vor Ort überlebt. Zudem veränderten der Bau und Betrieb von Burgen den Mineralstoffgehalt des Bodens; er konnte zum Beispiel kalkreicher oder mit Schwermetallen angereichert werden. Auch das wirkt sich auf das Pflanzenkleid vor Ort aus. Die Archäobotanik ist deshalb ein anerkanntes Fach in der Geschichtswissenschaft.


Ein bisschen Burgenromantik

Auf dem Schlossberg bei Zell angekommen, genossen die Besucher den herrlichen Ausblick. Mark Werner aus Sand hielt einen Kurzvortrag zur alten Geschichte des Waldes und führte die Gruppe zu den sichtbaren Resten der Burg und ihrer Infrastruktur in der näheren Umgebung. Dabei war zu erfahren, dass der Inhalt auf einigen Informationstafeln aus den 1970er Jahren oftmals vielmehr der Burgenromantik entstammen dürfte, als belastbarer wissenschaftlicher Recherche.
Zum Ausklang ging es zur einstigen Hauptburg im bambergischen Amt Zeil, also auf den Zeiler Käppelesberg. red