Auch im Markt Zapfendorf war in diesem Jahr viel los. Bürgermeister Volker Dittrich (AfZ) konnte daher in der Jahresabschluss-Sitzung des Gemeinderats zahlreiche Projekte Revue passieren lassen. Andere stehen noch an, unter anderem der Bau des neuen Sportplatzes oder auch die Weiterentwicklung des Anwesens Hofmann. Hier wurde erst vor wenigen Tagen ein wichtiger Schritt getan.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Marktgemeinderats im Jahr 2018 war ohne Frage der Städtebau. Nach der Aufstellung eines Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (SEK) vor einigen Jahren sollen nun erste große Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehört die Entwicklung eines Freizeit- und Sportparks im Norden von Zapfendorf, der auch das Areal rund um das Sportheim des SV Zapfendorf beinhaltet. Zwischen Sportheim und dem neuen Kreisverkehr soll - als Ersatz für den durch den ICE-Ausbau weggefallenen großen Sportplatz - ein Kunstrasenplatz errichtet werden. Er und sein Umfeld mit Parkplätzen werden in den Planungen als "Ankermaßnahme A" bezeichnet - und die soll 2019 nun auch gebaut werden.

Und auch weiter südlich geht es voran: Am 19. Dezember konnte die Gemeinde nach langen Verhandlungen auch das Gaststättengebäude des Anwesens Hofmann erwerben, so dass sich dieses nun komplett im Eigentum des Marktes befindet.

Bereits abgeschlossen werden konnte die Sanierung der beiden Schulturnhallen - rund 1,4 Millionen Euro wurden hier investiert, der Eigenanteil des Marktes Zapfendorf beträgt 576 000 Euro.

ICE-Ausbau kommt teuer

Ebenfalls deutlich schlägt erneut der ICE-Ausbau im Haushalt zu Buche: 1,36 Millionen Euro musste die Gemeinde hier für die Bahnkreuzungsmaßnahmen ausgeben. Zusammengerechnet verbleibt ein Eigenanteil von zwei Millionen Euro für die Bahnkreuzungsmaßnahmen Zapfendorf Nord (Straßenüberführung am Sportplatz und Fußgängerunterführung in der Mainstraße), Zapfendorf Süd (Straßen- und Gehwegbaumaßnahmen zwischen der Ebinger Mainbrücke und der Gehwegunterführung am Rosengarten) und die Fußgängerunterführung am Bahnsteigzugang.

2018 ein Haushalts-Rekordjahr

Thema jeder Jahresabschluss-Sitzung in Zapfendorf ist das Freibad "Aquarena". Über 110 000 Besucher konnte es im heißen Sommer verzeichnen, ein guter Wert. Daraus resultierten Einnahmen von 265 000 Euro, das Defizit beträgt dennoch rund 385 000 Euro. Als "weicher Standortfaktor" sei das Schwimmbad, so Bürgermeister Volker Dittrich, nach wie vor sehr wichtig, da es die Attraktivität der Kommune erheblich steigere.

Ebenfalls ein interessanter Standortfaktor ist der neue Waldkindergarten, der Anfang September eingeweiht wurde. Hier lagen die Gesamtkosten bei 294 000 Euro. Die Gemeinde zahlt aufgrund von Fördergeldern der Regierung von Oberfranken und der Erzdiözese Bamberg nur circa 46 000 Euro.

Wie schon in der Haushaltssitzung im Mai thematisiert, liegt hinter Zapfendorf ein absolutes Rekordjahr. Das Gesamthaushaltsvolumen betrug fast 18 Millionen Euro, davon waren rund 7,3 Millionen Euro Investitionen. Kredite mussten keine aufgenommen werden, die Verschuldung konnte um elf Prozent auf 2,4 Millionen Euro (481 Euro pro Einwohner) zurückgefahren werden.

Neben dem Städtebau werden Kinderbetreuung und Schule große Themen des kommenden Jahres sein. Denn die beiden Kitas St. Franziskus und St. Christophorus stehen vor Umbauten und Erweiterungen. Neben der Kita St. Christophorus soll dazu ein Neubau für zwei Kinderkrippengruppen geschaffen werden. Eine im vorhandenen Kita-Gebäude untergebrachte Krippengruppe soll dann in diesen Neubau verlegt werden, so dass im bestehenden Gebäude wieder Platz für die ebenfalls benötigte Kindergartengruppe ist. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 1,23 Millionen Euro. Und auch an der Kita St. Franziskus soll gebaut werden - ein neuer Kindergarten- und Kinderkrippenbereich mit Nebenräumen soll entstehen. Die Planungen hierfür werden im kommenden Jahr im Marktgemeinderat detailliert behandelt.

Thema "Klärschlamm" gärt noch

Beschlossen wurde bereits die Vergabe von Ingenieurleistungen hinsichtlich der Ausarbeitung von detaillierten Plänen und Kostenberechnungen für die Sanierung des B-Baus der Schule. Untergebracht werden könnten hier Mensa, WCs, Räume für Hortbetreuung und offene Ganztagsschule sowie eine Lehrküche.

Erneut beschäftigen muss sich der Gemeinderat mit dem Thema "Klärschlamm": Bei der Sitzung am 8. Januar 2018 wurde das Klärschlammkonzept des Landkreises Bamberg vorgestellt. Ein Vertreter der Firma Veolia, die das Bio- und Holzheizkraftwerk Zapfendorf betreibt, präsentierte damals die bisherigen Überlegungen über die geplante Errichtung einer Klärschlammtrocknungsanlage auf dem Betriebsgelände im Sondergebiet des Bebauungsplangebietes Zapfendorf-West.

Nach den Festlegungen der Bauleitplanung war das geplante Bauvorhaben dort aber nicht zulässig. Für eine Genehmigung hätte eine Bebauungsplanänderung erfolgen müssen. Der Marktgemeinderat beschloss aber, keine Änderung des Bebauungsplanes vorzunehmen.

In den angrenzenden Gewerbegebietsbereichen ist nach Aussage der Regierung von Oberfranken nach den dort vorliegenden Antragsunterlagen das Vorhaben allerdings grundsätzlich zulässig. Nun wird der Marktgemeinderat erneut im Rahmen eines immissionsschutzrechtlichen Verfahrens Stellung nehmen müssen.