Katharina Müller-Sanke

Die Industriebrache auf dem Gelände der ehemaligen Kulmbacher Spinnerei in Mainleus soll teilweise erhalten bleiben. Bei der Frage, welche Teile bestehen bleiben, will der Gemeinderat auf die Vorschläge des Planungswettbewerbs warten.
In der Sitzung am Montag hat das Gremium den Wettbewerbsteilnehmern allerdings eine grobe Richtung vorgegeben. So war sich der Gemeinderat darüber einig, dass die Verwaltungsgebäude absolut erhaltungswürdig sind. Auch das Kesselhaus, die Weberei und die Baumwollhalle sollen wenn möglich stehenbleiben, auch wenn hier das Ergebnis nicht mehr einstimmig war.


Vorschläge nicht bindend

Einige Räte plädierten auch für den Erhalt der Schlosserei, der Färberei, der Fliegerhallen, des Wasserwerks sowie der Kellergewölbe, die sich unter Umständen als Tiefgarage eignen würden. Hier war aber jeweils die Mehrheit dafür, diese Bereiche als nicht erhaltungswürdig zu deklarieren.
Wichtig war dem Gremium, dass dieses Abstimmungsergebnis für die Planer nicht bindend sein, sondern nur Richtwertcharakter besitzen soll. Man wolle das Wettbewerbsergebnis abwarten und danach entscheiden.
Dass das Gelände großes Potenzial besitze, habe man am Wochenende deutlich sehen können, so Bürgermeister Robert Bosch (CSU). Im Rahmen zweier Großveranstaltungen seien 3500 Menschen auf das Areal gekommen.
Mit der Planung für die Sanierung des Spinnstubenareals, auch Mainschloss oder Mainschlösschen genannt, ist das Kulmbacher Architekturbüro Drenske beauftragt worden. Der Auftrag war europaweit ausgeschrieben worden.
Der Haushalt der Marktgemeinde Mainleus ist umfangreich. Schließlich sind zahlreiche große Projekte im Gange, "wegweisende Investitionen", wie Robert Bosch meinte. "Schon in den letzten Jahren hat der Markt Mainleus die Chancen für Investitionen genutzt, die die Gemeinde weiterentwickelt haben. Auf diesem Fundament können wir nun aufbauen", so Bosch.
Es hat einige Monate gedauert, bis der Haushaltsentwurf 2017 nun endlich verabschiedet werden konnte. Kämmerer Dietmar Kynast hat dafür trotz hoher Investitionen ein ausgeglichenes Zahlenwerk vorgelegt. Im Verwaltungshaushalt profitiert die Gemeinde von vier Prozent höheren Steuereinnahmen. Die Personalkosten sind gesunken, alle anderen Kosten dafür leicht gestiegen.


Teure Schülerbeförderung

Bei der Schülerbeförderung fallen nach einer europaweiten Ausschreibung nun Mehrkosten in Höhe von 85 000 Euro an. Die energetische Dachsanierung an der Schule kostet 440 000 Euro, der Aufzug, der die Inklusion stärken soll, schlägt mit 180 000 Euro zu Buche. Für den neuen Hort an der Schule werden Kosten von rund 600 000 Euro veranschlagt. Der Hort der evangelischen Kindertagesstätte in Hornschuchshausen wird 223 000 Euro kosten. Die Betriebskostenförderung für die Kindergärten betragen 725 000 Euro. In die Ganztagsbetreuung investiert der Markt 200 000 Euro. Für das in Mainleus geplante Pflegeheim für Senioren werden 300 000 Euro als Investitionszuschuss gewährt. Die Mainleuser Feuerwehren erhalten 400 000 Euro im Rahmen des Investitionsprogrammes.
Das Projekt Wohnungsbau Hornschuchshausen kündigt sich in diesem Haushalt mit einer kleinen Anschubfinanzierung an. In den nächsten Jahren wird der Markt hier weiter investieren. Hinzu kommen Sanierungsmaßnahmen an Wasser- und Abwasserleitungen sowie an Straßen und Brücken.


Neue Schulden

Demgegenüber stehen Steuereinnahmen und verschiedene staatliche Zuschüsse je nach Projekt. Insgesamt umfasst der Verwaltungshaushalt 14,5 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 8,4 Millionen Euro. Eine Kreditaufnahme ist nötig - und zwar in Höhe von 1,9 Millionen.
Kämmerer Kynast mahnte an, dass die Hebesätze seit Jahrzehnten in Mainleus nicht angepasst worden seien, das sei für die Bürger zwar schön, weil sie weiterhin sehr niedrige Steuern zu entrichten hätten, die Gemeinde lasse sich damit aber wichtige Einnahmen entgehen.
Die Hebesätze liegen bei der Grundsteuer A und B bei 270 Punkten, bei der Gewerbesteuer bei 320 Punkten und damit unter dem Landesdurchschnitt.
Für Kynast ist das der letzte Haushalt gewesen. Er geht in einigen Monaten in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Sebastian Kolb.