Die Chancen für ein neues Spielmobil für die Herzogenauracher Kinder und Jugendlichen stehen gut. So war zumindest der Tenor in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Interimsrathaus bei der Behandlung eines Antrages der SPD-Stadtratsfraktion.

Das Spielmobil, das im kommenden Jahr 40 wird, sei "in die Jahre gekommen", wie es die SPD-Fraktion formulierte. Bei dem Spielmobil handelt es sich um einen alten Postanhänger, der während der Sommerferien in der Stadt und den Ortsteilen unterwegs ist. Die SPD-Stadträte Holger Auernheimer und Curd Blank begründeten den Antrag mit dem Alter und der unflexiblen Handhabung des Anhängers, der jeweils mit einem Lkw umgesetzt werden muss.

"Am Spielmobil treffen sich die Kinder, um gemeinsam oder auch ganz für sich zu spielen, Neues auszuprobieren oder neue Kontakte zu knüpfen. Ganz nebenbei erlernen sie wichtige soziale Kompetenzen für ihr späteres Leben", berichtete die Leiterin des Generationenzentrums, Evi Bauer. So sei das Spielmobil für viele Kinder seit Jahren ein fester Bestandteil der Sommerferien und sie folgen ihm an alle Standorte.

Für den Aufbau muss der Bauhof mit eingebunden werden, der das Spielmobil aus der Scheune in Zweifelsheim abholt und zu den einzelnen Standorten bringt. In diesem Jahr wurde der Anhänger 17 Mal umgesetzt, und für den Aufbau werden wegen der unhandlichen und schweren Treppe jedes Mal sechs Personen benötigt. Auch das alte Vorzelt erfordert Kraft und Zeitaufwand. Einen Vorteil habe der Anhänger aber doch, es können viele Spielgeräte verstaut werden.

"Das Jubiläumsjahr ist ein guter Zeitpunkt, um auch das Konzept des Spielmobils auf den Prüfstand zu stellen", erklärte Evi Bauer dem Ausschuss. Denn parallel falle auf, dass immer weniger Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zu den Veranstaltungen ins Generationen-Zentrum kommen. Ein Grund sieht Evi Bauer in den langen Betreuungszeiten der Schulen, Horten oder der Mittagsbetreuung.

Das Mobil kommt zu den Kindern

Mit einem neuen Konzept und einem "mobileren" Fahrzeug, das die Betreuer selbst fahren können, gäbe es eine Möglichkeit, auch außerhalb der Sommerferien aktiv zu sein. Im Grunde könnte das die Zeit von etwa März bis Oktober oder November sein. Das heißt, das Spielmobil kommt zu den Kindern und nicht umgekehrt. "Beim Spielen können dann alle Kinder mitmachen, ein wichtiger Faktor hinsichtlich Inklusion", ist sich Evi Bauer sicher.

Dazu komme noch, dass das Spielezimmer im ersten Stock des Generationenzentrums nicht barrierefrei zugänglich ist. "Geht man in die Natur, ins Freie, auf die Spielplätze, haben wir das Problem nicht. Es können alle Kinder aller sozialen Schichten mitmachen. Hier kommt es nicht auf das Einkommen der Eltern an, denn alle Kinder spielen und bewegen sich gerne", erklärte Bauer.

Sie sieht als entscheidenden Auftrag, den Kindern das Spielerlebnis wieder näherzubringen. Dazu sei eine gute pädagogische Arbeit gefragt, denn auch Spielen will gelernt sein, und ein wichtiger Faktor für das gemeinsame Spielen sei es, gruppendynamische Prozesse zu erkennen und zu lenken. Das neue Konzept soll mehr Möglichkeiten schaffen, und dazu gehöre auch die "aufsuchende" Jugendarbeit.

Die Ausschussmitglieder standen dem neuen Konzept positiv gegenüber, auch einer eventuellen Beschaffung eines neuen Fahrzeuges. Obwohl das jetzige Spielmobil einen "einzigartigen Charme" habe, wie es Bernhard Schwab (CSU) formulierte, denn der Anhänger sei allen Generationen bekannt und während der Ferien nicht mehr wegzudenken. Nach einer nahezu einstündigen Diskussion wurde zwar kein Beschluss gefasst, aber das Spielmobil wird im Haushalt 2020 berücksichtigt werden.