Am Vormittag war der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz noch beim politischen Aschermittwoch in Vilshofen, danach in Burgkunstadt, anschließend ging es nach Kirchehrenbach. "Der Aschermittwoch ist eine Mischung aus Wundenlecken und Messerwetzen", erklärte der Abgeordnete aus dem Wahlkreis Bamberg-Forchheim.

Zum politischen Aschermittwoch hatten der SPD-Ortsverein Burgkunstadt und der Kreisverband Lichtenfels in den Saal "München" bei "Regens Wagner" eingeladen. Die Grünen seien die neue starke Kraft auf der politischen Bühne, meinte Schwarz. Der Abgeordnete sprach von einer Doppelmoral, wenn Grüne heute nichts mehr mit dem Hambacher Forst oder Hartz IV zu tun haben wollen. Immerhin hätten sie während ihrer Regierungszeit in NRW die Abholzung des Forstes mitbeschlossen. Vor den Grünen brauche die Sozialdemokratie keine Angst zu haben. Zwar wollten sie das Klima retten, hätten aber keine Ideen zu Themen wie Bildungs- und Wirtschaftspolitik. Das schlechte Abschneiden seiner Partei bei jüngsten Wahlen nimmt Schwarz gelassen hin. "Sie haben wahrscheinlich mehr Prozentpunkte im Glas", unkt er in Richtung der Biertrinker im Saal und setzt noch einen drauf. Angesichts der niedrigen Zahlen bekomme selbst er Lust auf etwas Hochprozentiges wie einen Schnaps. Die SPD werde auch wiederkommen. Die SPD sei nicht nur bibelfest, sondern glaube auch fest an die Wiederauferstehung. "Unten ist man relativ schnell, nach oben wird es härter werden", erklärte der Bundestagsabgeordnete.

Grundrente - ein guter Plan

Mit der Grundrente von Hubertus Heil habe die SPD einen guten Plan. Er widersprach dem Argument des Koalitionspartners, dass die Ausgaben für die Grundrente zu hoch seien. "Die Rente ist keine Almosen und auch keine Sozialleistung im klassischen Sinn." Der Koalitionspartner musste sich so einiges gefallen lassen. Wie Merkels Quereinsteigerin, die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, jene Dame, die schon ein Jahr im Amt sei und sich immer noch einarbeiten müsse. Karliczek meinte beispielsweise, schnelles Internet sei nicht an jeder Milchkanne notwendig. Ärger handelte sich die Ministerin auch mit ihrem Vorstoß ein, Kinder seien im Heim besser aufgehoben als in gleichgeschlechtlichen Ehen. Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen geriet in die Schusslinie des Aschermittwochsredners. "Wir schaffen es nicht mal, die Ersatzteile für Schiffe bereitzustellen", erklärte Schwarz. U-Boote könnten nicht tauchen und beim einst so stolzen Segelschulschiff "Gorch Fock" explodierten die Kosten. Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer musste sich einiges gefallen lassen genau wie Horst Seehofer, der für die Bundeskanzlerin sicher kein Segen war. Um den FDP-Chef Christian Lindner müsse man sich Sorgen machen, sagte der SPD-Politiker. "Der wird immer dünner", unkte Schwarz und hatte auch eine Erklärung parat. Lindner könne sich in der Bundestagskantine nicht entscheiden, was er essen möchte. Aus der Befürchtung heraus, er könne sich falsch entscheiden, isst er lieber nichts. Die größte Ablehnung erfuhr die AfD, die das Land nur spalten wolle. "Man spielt nicht Alt gegen Jung aus. Die Aufgabe muss sein, das Land zusammenhalten."

Kreisvorsitzender Sebastian Müller berichtete über seine Petition für eine gebührenfreie Kita, die aber für erledigt erklärt wurde mit dem Hinweis, dass ab dem 1. April für das erste und zweite Kindergartenjahr 100 Euro gezahlt würden. Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Dieter Schmiedel erinnerte an die Kommunalwahlen 2020. Die Suche nach Kandidaten nannte er eine Herkulesaufgabe, da man nicht mehr auf Männer wie Fred Bogdahn und Hans Peter Marx zurückgreifen könne. Traditionell endete die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Käsessen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung wie seit vier Jahrzehnten von Bernhard Willsch aus Altenkunstadt mit dem Akkordeon.