Als erste politische Gruppierung in der Marktgemeinde Marktschorgast hat die SPD am Sonntagabend im Café "Regina" die Karten auf den Tisch gelegt: Der 49-jährige Industriemeister und Versicherungsfachmann Dieter Zeidler bewirbt sich um das Bürgermeisteramt seiner Heimatgemeinde. Sein Motto: "Zuhören - Zupacken - Zukunft sichern".

Zeidler wurde von den 16 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern des SPD-Ortsvereins einstimmig nominiert. Die Aufstellung der Liste für den Marktgemeinderat soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Ortsvorsitzende Angelika Munk erinnerte zunächst daran, dass die SPD bei den letzten beiden Wahlen keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten gestellt hatte. Vielmehr habe man den Bewerber der Freien Wähler unterstützt. "Davor hatte es Nikolaus Ott zweimal versucht."

Munk machte deutlich, dass sich der SPD-Ortsverein bei der Kommunalwahl 2020 ein höheres Ziel gesetzt hat: "Wir wollen ab Mai den Ersten Bürgermeister stellen!" Solidarität sei in der Sozialdemokratie keine leere Worthülse.

Als Ehrengäste konnte Munk Kreisvorsitzende MdL Inge Aures, den Kulmbacher OB-Kandidaten Ingo Lehmann und Unterbezirksvorsitzenden Simon Moritz begrüßen, der auch die Regularien übernahm.

Beauftragter des Wahlvorschlags ist Hermann Schimmel, sein Stellvertreter Ewald Nüssel.

Inge Aures bezeichnete die SPD in Marktschorgast als einen rührigen Ortsverein: "Ich freue mich auch und bin glücklich, dass die SPD jetzt einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl stellt. Ich kann dir alle Unterstützung zusagen, denn Marktschorgast ist wirklich ein schöner Flecken in unserem Landkreis Kulmbach." Sie glaube, dass Dieter Zeidler gut gewappnet sei.

Aures nutzte auch die Gelegenheit, Nikolaus Ott für seine Arbeit im SPD-Ortsverein zu danken. "Du bist hier über die ganzen Jahre der Fels in der Brandung. Mit Peter Munk hast du mich animiert, in der Politik aktiv zu werden."

Ingo Lehmann stellte fest, dass der SPD-Ortsverein Marktschorgast über ein hohes Mitgliederpotenzial verfügt. "Dieter Zeidler ist ein Mann, der mitten im Leben steht und weiß, was er will. Er ist ein Mensch, der auf die Leute zugehen kann, er ist authentisch, muss sich nicht verstellen, ist ehrlich und hat seine klaren Vorstellungen, wohin er die Gemeinde führen will."

Angelika Munk begründete anschließend das Vertrauen in Dieter Zeidler: "Schaut man sich seine Biografie an, so kann man durchaus Eigenschaften herausnehmen, die ihn zu einem geeigneten Kandidaten prädestinieren." Zeidler engagiere sich in zahlreichen Ortsvereinen, als gläubigem Christen sei ihm das Geschehen in der katholischen Kirche wichtig. "Man kann daran auch seine Heimatverbundenheit und seine Geselligkeit erkennen, getragen von seiner Liebe zu Marktschorgast."

Dieter Zeidler dankte zunächst für die bisherige Unterstützung. "Ich bin aufgewachsen im Haus der ehemaligen Raiffeisenbank, und von dort aus konnte ich bereits in meinen Kindestagen einen Blick auf das gegenüberliegende Rathaus werfen. Ich dachte mir oft, wie toll es wäre, die Geschicke meiner schönen Heimatgemeinde zu lenken."

Selbstständig gemacht

Nach der Mittleren Reife begann er 1987 eine Ausbildung zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik bei der Plassenburg-Kelterei in Bad Berneck. 1994 legte er die Ausbildereignungsprüfung ab. In den weiteren Jahren war Zeidler als Kellermeister und für den Außendienst zuständig. 2016 stellte sich Dieter Zeidler dann neuen, beruflichen Herausforderungen und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit als Versicherungsmakler.

Dieter Zeidler will als Gemeindeoberhaupt die Ideen aller Bürger nach den gegebenen Möglichkeiten umsetzen. Er will den Ort trotz seiner vielen positiven Merkmale weiter entwickeln. Zeidler nannte das alters- und behindertengerechte Wohnen, den ÖPNV, die Ausweisung von Neubaugebieten, den sozialen Wohnungsbau, Gewerbeansiedlungen, oder die Umsetzung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts.