Martti Mäkkelä ist ein gern gesehener Gast in der Burgkunstadter Kleinkunstkneipe "Rösla". Ob solo oder mit Band - der Deutsch-Finne, der aus der Popmusik, garniert mit ihren Wurzeln aus Folk, Blues und Country, das Anspruchsvolle, Abseitige und Schräge herauskitzelt, spielte bereits des Öfteren in Burgkunstadt.

Am Samstag um 20 Uhr schaut er mal wieder als Mitglied der "GoHo Hobos" in der urigen Kneipe vorbei. Die Gruppe hätte sich keinen besseren Ort für ihr Konzert aussuchen können - schließlich hat Burgkunstadt einen Bahnhof, und die Songs der Gruppe handeln vom Reisen mit der Eisenbahn. Die Gruppe "The GoHo Hobos" ist ein kleines Musikerkollektiv, das sich der Hobo-Musik - also im weitesten Sinne der Musik amerikanischer Wanderarbeiter - verschrieben hat. Diese sprangen einst auf Güterzüge, um so kostenlos durch das Land zu reisen. Das Kürzel GoHo im Namen steht für den Nürnberger Ortsteil Gostenhof, aus dem die Musiker stammen.

Pure Lebenslust im Gepäck

In den Seesäcken von Michael Ströll (Gitarre), Maike Hilbig (Bass), Martti Mäkkelä (Mandoline), Andy Conrad (Banjo) und Patrick Reichmann (Percussion) steckt eine Mischung aus bizarrem Humor und traditionellem amerikanischem Liedgut. Mit ihrem Griff in das Gesangbuch der amerikanischen Volkslieder ("This Train Is Bound For Glory") und Gospelsongs ("Michael Row The Boat Ashore") werden sie zum Quell überschäumender Lebensfreude, der alle Alltagssorgen im Nu verschwinden lässt. In der Bahnhofsstadt Burgkunstadt wird der mächtig unter Dampf stehende Hobo-Güterzug einen Abend lang wild durch das "Rösla" und durch die Musikgeschichte zuckeln. Dabei wird er ein Stück von Jimi Hendrix so richtig durchrütteln, um die Besucher kurze Zeit später mit einem stöhnenden Hank Williams am Heizkessel in die tiefste amerikanische Nacht zu entführen ...