"Das war´s." Wolfgang Herold merkte man die Betroffenheit an, als er mit diesen Worten die Versammlung der Soldatenkameradschaft Stublang offiziell beendete. Und damit auch die Soldatenkameradschaft (SK) selbst. 94 Jahre nach seiner Gründung wurde der Verein aufgelöst.

Zur Versammlung in den Gasthof Hennemann waren gerademal 16 der 49 Mitglieder erschienen. Dort war der Verein am 25. März 1925 als Krieger- und Militär-Verein gegründet worden. Dort war er nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges neu ins Leben gerufen worden. Und dort wurde er nun aufgelöst.

Seit Jahren schon suchte die Vorstandschaft vergebens nach einem neuen Vorsitzenden. Der langjährige Mann an der Spitze, Georg Höppel, konnte wegen einer schweren Erkrankung dieses Amt seit 2014 nicht mehr ausüben. Seitdem leitete Wolfgang Herold, Ortssprecher und Stadtrat, kommissarisch den Verein. Neuwahlen wurden bereits zweimal verschoben, für den Posten des ersten Vorsitzenden wollte sich einfach niemand finden.

Inzwischen hatte sich Wolfgang Herold über die Modalitäten der Auflösung eines nicht eingetragenen Vereins und über die Vereinssatzung ausführlich informiert. Die Auflösung der SK zum 31. 12. 2019 stand auf der Tagesordnung. Abgestimmt wurde über drei Punkte: 1. Aufbewahrung der Vereinsunterlagen/ Protokoll- und Kassenbücher/Ordner im Stadtarchiv der Stadt Bad Staffelstein; 2. Der Anteil der SK am Zeltverein wird dem Stammtisch "Moggerla" übertragen; 3. Das Vereinsvermögen wird satzungsgemäß für gemeinnützige Zwecke in der Dorfgemeinschaft verwendet. Alle Vorschläge wurden einstimmig befürwortet.

Weitere Tagesordnungspunkte der Jahreshauptversammlung waren der Rückblick auf ein bewegtes Jahr 2018: Sommerfest, Kirchweih und Seniorennachmittag wurden zusammen mit den anderen Dorfvereinen ausgerichtet, an Kirchenparaden zu Sebastiani, Fronleichnam und Volkstrauertag nahm jeweils eine Abordnung des Vereins teil, ebenso an den Beisetzungen der unlängst verstorbenen Mitgliedern Walter Gröger und Sebastian Zeck. Die Vereinsfahne, immer an der Spitze der Kameradschaft getragen, soll künftig nicht einfach in der Versenkung verschwinden. Die Versammlung beschloss eine Wiederaufbereitung und anschließende Aufbewahrung im Gemeindehaus.

1930 wurde die Fahne angeschafft, bestickt einerseits mit dem Kirchenpatron Sankt Sebastian, auf der anderen Seite mit dem bayerischen Wappen. Mit Fahnen- und Erinnerungsbändern und sonstigem Zubehör kostete sie einen stolzen Preis von 580 Reichsmark (Quelle: Chronik SK Stublang, Siegfried Bornschlegel). "Ein herzliches Vergelt´s Gott an alle", bedankte sich Wolfgang Herold . Trompeter Otto Weiß stimmte das Deutschlandlied an. Ein letztes Mal erhoben sich die Versammelten zum Singen, dann war der Verein selbst Geschichte.

Noch einige Termine

Einige Termine stehen für die Mitglieder aber noch an: am 5. Mai die Teilnahme an der Friedenswallfahrt nach Vierzehnheiligen, am 23.  Juni an den Feiern zu Fronleichnam mit Dorffest Stublang und an der Kirchweih mit Kirchenparade am 30. Juni. Vorgemerkt ist auch noch das Kreis- und Pokalschießen in Michelau (25./26. Oktober) sowie ein Seniorennachmittag am 15. Dezember.