Der Gemeinderat Pfarrweisach hat in der öffentlichen Sitzung im Rathaus am Donnerstagabend den Bau einer 10,5 Hektar großen Solarstromanlage bei Lichtenstein gebilligt.

Manuel Zeller Bosse von der Projektgesellschaft Südwerk in Burgkunstadt erläuterte mit einer Bilder-Projektion die Firmenphilosophie sowie das technische Volumen der neuen Anlage. Investiert werden bei Lichtenstein 7,5 Millionen Euro. Die Anlage soll zehn Megawatt abwerfen. 2500 Privathaushalte lassen sich damit mit Strom versorgen. Schmackhaft machte er den Gemeinderäten die Wertschöpfung: Rund 450 000 Euro wird die Anlage pro Jahr Gewinn bringen - die Gemeinde Pfarrweisach wird "jedoch erst in zehn Jahren von der Gewerbesteuer davon profitieren können", wegen der steuerlichen Abschreibungen des Unternehmens in den ersten Jahren.

Von drei Seiten mit Wald umgeben

Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) lobte das Gelände, das "recht passend in einer Ecke ist", die von drei Seiten von Wald umgeben sei. "Man wird keinen geeigneteren Standort in der Gemeinde Pfarrweisach finden können", meinte Nowak. Jedoch, so seine Forderung, müsse die Gemeinde den im Mai vergangenen Jahres gefassten Beschluss, nur zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für Solarstromanlagen preiszugeben, zurücknehmen. Denn mit dem geplanten 13 Hektar großen Solarprojekt zwischen Herbelsdorf und Kraisdorf und dem neuen Vorhaben in Lichtenstein kommt man über die Obergrenze von zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen hinaus.

Zwei Gegenstimmen

Dritter Bürgermeister Klaus Dünisch (KUL) erinnerte an "Altfälle". Ein Gesamtvolumen von 14 Hektar war einst nicht genehmigt worden. Dazu nahm der Bürgermeister keine Stellung. Bei zwei Gegenstimmen billigte der Gemeinderat den Antrag; der Beschluss vom Mai 2018 wurde aufgehoben.

Zu den Arbeiten zur Umgestaltung des Vorplatzes vor dem Rathaus in Pfarrweisach gab der Bürgermeister einen Sachstandsbericht. Die Arbeiten sollen Mitte März beginnen, alles bis zum Sommer fertig sein. Im Jugendraum seien die Innenarbeiten im vollen Gange, freute er sich. Gemeinderat Markus Oppelt fragte, ob das Bauamt in Ebern kostentechnisch die Bremse zog? Nowak sagte, man habe das Volumen von 30 000 Euro, das im Haushalt eingestellt sei, noch "nicht völlig abgeschöpft - ich denke, das müsste reichen."

Diese Formulierung gefiel Zweitem Bürgermeister Rüdiger Kuhn nicht: "Reicht es jetzt oder nicht?", fragte er nach. Nowak verwies auf einen Ortstermin am Wochenende am Rathaus, wo die weitere Vorgehensweise mit den Handwerkern und dem Bauamt abgestimmt wird.