Hoher Besuch in der Stiftskirche: Staatsministerin Michaela Kaniber übergab an Regionalbischöfin Dorothea Greiner einen Leader-Förderbescheid über 403 000 Euro zur Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken.

Dazu hat der "Trägerverein Markgrafenkirchen" mit dem früheren Bayreuther Dekan Hans Peetz ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut: 58 Kirchengemeinden, 13 evangelisch-lutherische Dekanatsbezirke, sieben Landkreise und sieben lokale Leader-Aktionsgruppen arbeiten dafür Hand in Hand.

Regionalbischöfin Greiner ging kurz auf das Förderprogramm "Leader" der Europäischen Union für die ländliche Entwicklung ein und betonte, dass das Projekt, die Markgrafenkirchen zu erschließen, damit einen Riesenschritt vorankomme: "Von den oberfränkischen 150 Markgrafenkirchen und Kirchen im Markgrafenstil werden wir nun 57 Kirchen erschließen können plus eine in der Oberpfalz." Besonders dankte sie Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, die das Projekt seit ihrem Amtsantritt mit Kräften unterstützt habe, ebenso wie das parallel laufende Inventarisierungsprojekt. Mit Hilfe des Kulturfonds Bayern und der Oberfrankenstiftung könnten mit 550 000 Euro 95 Kirchen inventarisiert werden. "In der Summe können wir also über 1,2 Millionen Euro an europäischen, staatlichen, kirchlichen und regionalen Mitteln einsetzen."

"Chancen für die Region"

In dem Großprojekt "Markgrafenkirchen erschließen" sah Greiner große Entwicklungschancen für die Region in touristischer, kultureller und vor allem geistlicher Hinsicht: "All diese Kirchen sind nicht nur Kunstwerke von zum Teil europäischem Rang, sie sind Orte für die christliche Verkündigung und sie verkündigen selbst. Ihre Botschaft gilt es zu erschließen."

Für viele Menschen seien Kirchen fremd und faszinierend zugleich. Kirchen öffnen mittels digitaler Medien wie Apps, Menschen über die Schätze dieser Kirche informieren, analoge Medien wie Flyer und Büchlein veröffentlichen, die Gotteshäuser mit Wander-, Pilger- und Radwegen - das alles und mehr werde nun schneller kommen als man es anfangs zu träumen gewagt habe. "Der konzeptionelle, finanzielle und personelle Rahmen für die weitere Arbeit in den nächsten vier Jahren und drei Monaten ist nun vorhanden."

Staatsministerin Michaela Kaniber freute sich, dass mit dem Markgrafen-Projekt dieser Bau- und Herrschaftsstil und die damit verbundene religiöse Tradition wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt wird. Dies werde mehr Wertschöpfung für die Region bringen.

Landrat Klaus Peter Söllner sagte, die Markgrafenkirchen seien nicht nur von herausragender Schönheit, sondern auch ein Wesensmerkmal Oberfrankens.

Pfarrer Hans Peetz machte deutlich, dass Kirchenbesucher künftig per App die virtuelle Kirchenführung auf Handy, Tablet oder Smartphone herunterladen können. Die Website biete zudem eine Plattform für besondere Kulturveranstaltungen in den Markgrafenkirchen.