"Auf geht's zur Weilersbacher Musikerkerwa am Pfingstwochenende": Unübersehbar sind die Plakate im Dorf, die hierzu einladen. Der Musikverein Weilersbach feiert vom 18. bis 21. Mai (Pfingsten) seine "Musikerkerwa". Und das seit Jahrzehnten, genauer gesagt, seit 39 Jahren, seit 1979.
Die "Musikerkerwa" entstand vor einem religiösen Hintergrund. Darüber sprechen Vorsitzender Stephan Roppelt, Heimat- und Brauchtumspfleger Bernhard Hack und der ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Willi Übelacker.


Zurück ins Jahr 1972

Zurück in das Jahr 1972: Am Pfingstwochenende, es war der 21./22. Mai, wurde die neue St.-Anna-Kirche, ein Erweiterungsbau der altehrwürdigen Wallfahrtskirche, in Unterweilersbach durch Erzbischof Josef Schneider eingeweiht. Durch den Kirchenneubau wurde das Gemeinschaftsgefühl der Bevölkerung von Unter- und Oberweilersbach wachgerufen und gefördert. Aber nicht in allen Belangen: als es nämlich um die beiden Kirchweihfeste im Dorf ging. Seit alters her feiert Unterweilersbach seine Kirchweih am ersten Sonntag nach Mariä Heimsuchung (2. Juli) und Oberweilersbach am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt. Doch was war nun mit einem Kirchweihfest, das in Zukunft an die Weihe von Neu-St.-Anna erinnern sollte?


Großer Wunsch des Pfarrers

Nach der Kirchenweihe 1972 war es ein großer Wunsch des damaligen Pfarrers Alfred Mayer, in Weilersbach nur noch eine Kirchweih zu feiern, die sich nach dem Weihetag von Neu-St. Anna richtet, also an Pfingsten.
Mit diesem Ansinnen konnten sich die Ober- und Unterweilersbacher Bürger überhaupt nicht anfreunden. Keiner der beiden Ortsteile hatte sich auch nach der Gebietsreform und ihrer Zusammenlegung zur "Gemeinde Weilersbach" seine Kirchweih nehmen lassen. Nur eine Kirchweih im Dorf? Nein, damit war man nicht einverstanden.
Doch wie sollte es nun mit der Neu-St.-Anna-Kirchweih weitergehen? Erste Versuche der Pfarrei, im Gasthaus Nagengast ("Schnörla") eine Kirchweih zu feiern, die an den Weihetag der neuen Kirche erinnert, verliefen im Sand. Dann kam das Jahr 1979. Der Musikverein nahm sich dieser kirchlichen Angelegenheit an und beschloss, ein Kirchweihfest auszurichten, das auf die Weihe von Neu-St.-Anna zurückgeht. Hauptinitiator war der seinerzeitige und bereits verstorbene Vorsitzende Hans Gath. Es sei eine sehr schwierige Entscheidung gewesen, diese Kirchweih ins Leben zu rufen, erinnert sich Bernhard Hack. 1979 fing man an, zuerst in einem kleinen Rahmen. Doch schon 1980 wurde das erste Zelt aufgestellt. Einige Jahre später, 1984, hielt der ehemalige Seelsorger Geistlicher Rat Adolf Schrenk dann den ersten Gottesdienst im Gedächtnis an die Weihe der neuen Kirche 1972. Auch die fränkischen Bräuche wie Baumaufstellen und Betz'naustanzen lebten wieder auf.
Heute ist die Musikerkerwa eine der wichtigsten und beliebtesten Veranstaltungen in Weilersbach. Willi Übelacker (87), der ein sehr großer St.-Anna-Verehrer ist, ist sich jedenfalls sicher, "dass die heilige Mutter Anna spürbar mitgewirkt hat, als die Musiker diese Kirchweih übernommen haben". dia