Bamberg — Allen Bitten der großen Hilfswerke zum Trotz, keine Sachspenden in die von verheerenden Überschwemmungen betroffenen Gebiete auf dem Balkan zu schicken, wollen Studenten der Bamberger Universität genau das tun: "Weil wir Sponsoren haben, die für den Transport aufkommen", betont Martina Perkovic, die die Menschen dort nicht im Stich lassen möchte. Die Kroatin mit familiären Wurzeln in Sarajevo studiert Slawistik und steht federführend für die Hilfsaktion, die sie mit Vlatko Momirovski, Adenana Bajrovic und Jovica Romanic ins Leben gerufen hat.
Auf diese Weise sammeln die Studenten haltbare Lebensmittel wie Konserven, Mehl, Öl, Hygieneartikel, Babynahrung in Gläschen, Putzmittel, Gummihandschuhe, Werkzeuge, Desinfektionsmittel. Die Güter sollen direkt in die bosnischen Städte Doboj, Maglaj und Orac gebracht werden, in denen das Wasser eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat.
Die Slawistik-Studenten bauen dabei auf die logistische Unterstützung und Kontakte der Kroatischen katholischen Mission in Nürnberg. Deren Leiter, Salesianerpater Niko Sosic, berichtet von der überwältigenden Unterstützung seiner Landsleute, die schon "einige vollgepackte Lkws" in die Katastrophenregionen schicken konnten.
Martina Perkovic und ihre Mitstreiter wagen das Unternehmen, obwohl all die gesuchten Dinge vor Ort in Bosnien, Serbien und Kroatien eingekauft werden könnten. "Die Preise sind dort genauso hoch wie in Deutschland, und die Leute brauchen das Geld für den Wiederaufbau", argumentieren die Studenten. Außerdem würden Transportfirmen kostenlos Lkw samt Benzin zur Verfügung stellen und sogar für den Zoll aufkommen.
Die Studenten - katholische, serbisch-orthodoxe und muslimische - bitten nun alle Bamberger, die sich ebenfalls für die Notleidenden einsetzen möchten, um Hilfe. Sachspenden werden täglich vom 2. bis 6. Juni in der Zeit von 14 bis 21 Uhr in der Wunderburg 4 (Pfarrgemeinde Maria Hilf/St. Wolfgang) entgegen genommen, sortiert und für den Transport in die Krisenregion vorbereitet. Unter folgendem Link kann abgerufen werden, was alles gesammelt wird: www.facebook.com/bambergfuerbalkan?fref=ts red