Den Petersbeck-Kellererfüllte ein Sprachgemisch aus Russisch und Deutsch, wo das nicht reichte, auch Englisch. Die Höchstadter Kolping-Familie hatte die Teilnehmer des Schüleraustauschs der beiden Gymnasien, des 18. Gymnasiums "Kosmos" aus Krasnogorsk und des Höchstadter Gymnasiums, zu einem deutsch-russischen Wirtshaussingen nach fränkischer Tradition eingeladen.
Im Licht der goldenen Abendsonne waren die Tische in der Außenanlage des Kellerberg-Domizils dicht belegt. Die Gäste der Kolpings, quartiergebende Eltern und Höchstadter erwarteten voll Spannung die Schüler beider Gymnasien und ihre Lehrer.
Am Tage hatte die gemischte Delegation der Gymnasien am Schulfest des Höchstadter Gymnasium teilgenommen. Von dort kam die Delegation, die aus jeweils 13 Schülern der 7. bis 10 Klassen und vier Lehrern beider Gymnasien bestand, zum Kellerberg.
Nina Dyschel vom Gymnasium in Krasnogorsk sagte, dass die Verbindung nach Höchstadt auf das Wirken der Bauer-Group aus Vestenbergsgreuth beruhe, die einen Zweigbetrieb in Krasnokgorsk vor den Toren Moskaus betreibe. Sybille Menzel ergänzte, dass Nina daran wesentlichen Anteil gehabt habe.
Das 18. Gymnasium in Krasnogorsk, das den Namen "Kosmos" trägt, befasst sich intensiv mit der Weltraumforschung. Klaus Strienz nahm das zum Anlass, sich in diesem Jahr mit beiden Gymnasien auf die Spuren der Raumfahrt zu begeben. Dazu bot ein Erfahrungsaustausch über die Kosmos-Forschung durch die "Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch Hamburg - Berlin" eine willkommene Gelegenheit. Das 18. Gymnasium "Kosmos" konnte sich als eine von neun Schulen dort erfolgreich präsentieren.
Klaus Strienz hatte für das Treffen der beiden Gymnasien ein riesiges Zwei-Wochen-Programm erstellt. In der ersten Woche in Berlin, unter anderem mit Begrüßung durch die deutschen- und russischen Außenminister. In der zweiten Woche gab es ein Höchstadter Rahmenprogramm.
Der offizielle Teil des Wirtshaussingens stand ganz im Zeichen des Forschungsauftrages "Kosmos". Der zehnte Jahrestag der Städtepartnerschaft Höchstadt - Krasnogorsk war ein weiterer Anlass für die Veranstaltung und letztlich klang auch der 100. Geburtstag von Juri Gagarin, dem ersten Menschen im Weltall, mit an. Winfried Stocklassa, Vorsitzender der gastgebenden Kolpingsfamilie, stellte kurz den Namensgeber Adolph Kolping vor, der im aufstrebenden Kapitalismus die zunehmende Not Minderbemittelter sah und helfend eingriff.
Sibylle Menzel kündigte für die russischen Gäste den Besuch der Kelleranlage an. Karsten Wiese, der Vorsitzende des Kellerberg-Vereins, führte die Gymnasiasten aus Krasnogorsk und ihre Lehrer in die Höchstadter "Bier-Katakomben" und erklärte deren Besonderheiten auf Englisch.
Im zweiten Teil des Abends standen der Dank an die Organisatoren und der Dank an die Gastfamilien der russischen Gymnasiasten im Mittelpunkt. Viktoria Schalunkowa, Lehrerin sowie Initiatorin und Leiterin des Kosmos-Museums am 18. Gymnasium, übergab kleine, ideelle Kosmos-Souvenirs an Sibylle Menzel, Klaus Strienz, Winfried Stocklassa, Karsten Wiese und an Gymnasiums-Direktor Bernd Lohneiß.
Die Geschenke widerspiegelten die Leistungen des ersten Kosmonauten, Juri Gagarin. Klaus Strienz übergab eine Dokumentation über Juri Gagarin an Viktoria Schalunkowa. Der Abend klang in sehr gelöster und vertrauter Atmosphäre aus und stand ganz im Zeichen der kleinen und großen Freundschaften zwischen den Schülern beider Gymnasien. Dieter Gropp