Der Awo-Kreisverband Kulmbach hat seit dem 1. Juli eine Hauptgeschäftsführerin. Kreisvorsitzende Inge Aures stellte Margit Vogel gestern im Seniorenpark "Rosengarten" im Rahmen eines Pressegespräches offiziell vor und ging auch auf die Gründe ein, die den Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt zu dieser Personalentscheidung bewogen haben: "Ich bin ja als Kreisvorsitzende ehrenamtlich tätig, habe zwei Stellvertreter, die Kollegen Hartmut Rochholz und Horst Kellermann, und wir sind geschäftsführend tätig, nehmen uns aber auch immer wieder Rückendeckung aus dem erweiterten Vorstand, der aus den Ortsvereinen der Arbeiterwohlfahrt bestückt ist."
Es habe sich nach den Worten von Inge Aures mit der Zeit aber herausgestellt, dass ständig mehr Aufgaben anfallen, die im Ehrenamt nicht mehr zu bewältigen sind: "Wir sind ja im geschäftsführenden Vorstand das Kontrollorgan, das heißt, wir nehmen die strategische Ausrichtung vor und greifen nicht in das Tagesgeschäft ein, dafür haben wir die Geschäftsführer Peter Konrad für den Bereich der Altenhilfe und Elisabeth Weith für den Bereich der Pädagogik. Es zeigt sich aber, dass die Aufgaben, wie die Liegenschaften, unsere Baustellen, die Liquidität und die Darlehensaufnahmen keine Aufgaben der fachspezifischen Referenten sein können, sondern dass wir diese Aufgaben immer mehr auf professionelle Beine stellen müssen. Deshalb haben wir uns bereits im letzten Jahr entschieden, dass wir jemanden einstellen, der als Hauptgeschäftsführer sozusagen den Hut auf hat." Margit Vogel wurde bereits im letzten Jahr eingestellt, zum 1. Juli hat sie jetzt ihren Dienst als Hauptgeschäftsführerin angetreten. "Ich bin sehr dankbar, denn schon in der kurzen Zeit war sie uns bereits eine große Hilfe, weil sie eine Fachfrau ist, und das hilft uns im Vorstand extrem weiter", so Aures. Der erweiterte Kreisvorstand, der ja letzten Endes das Sagen habe, sei mit der Konstellation sehr zufrieden. Damit sei man besser für die Zukunft aufgestellt. "Egal ob in der Altenhilfe oder in der Pädagogik, es werden immer neue Anforderungen gestellt, und man muss immer auf dem neuesten Stand sein."
Mit der Entscheidung, eine Hauptgeschäftsführerin beim Awo-Kreisverband Kulmbach einzustellen, wird im umgekehrten Sinn auch deutlich, dass der Vorstand an die Grenzen dessen gestoßen ist, was im Ehrenamt noch zu bewältigen ist. Awo-Kreisvorsitzende Inge Aures: "Man muss ja sehen, dass wir in der Arbeiterwohlfahrt rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, das ist ein mittelständisches Unternehmen, und wir sind nach dem Klinikum der zweitgrößte Arbeitgeber im sozialen Bereich." Hier brauche es einfach noch einen Führungskopf.
Auf Nachfrage bezog Kreisvorsitzende Inge Aures auch kurz Stellung zum Seniorenpark "Rosengarten". Sie räumte ein, dass es gewisse Unstimmigkeiten und auch Ungereimtheiten gegeben habe, die aber jetzt der Vergangenheit angehören. Eine Änderung werde es in der Pflegedienstleitung geben.