"Ich mache so etwas zum ersten Mal. Vielleicht sollten die Senioren auf den vorderen Plätzen in Deckung gehen", schmunzelte Dana Kolenda. Doch das war gar nicht nötig. Mit drei gezielten Schlägen trieb die neue Pflegedienstleiterin den Zapfhahn in das Fass. Goldgelber Gerstensaft füllte die Krüge, ohne dass ein Besucher nass geworden wäre. Mit dem obligatorischen Bieranstich wurde das Oktoberfest im Friedrich-Baur-Seniorenzentrum Sankt Kunigund in traditioneller "Wiesn-Manier" eröffnet.

"Ein Prosit der Gemütlichkeit" tönte es vielstimmig durch den in den bayerischen Landesfarben weiß und blau dekorierten Speisesaal. Mit dem Gedicht "Das Oktoberfest" von Eugen Roth stimmte Dana Kolenda, die Grüße von Einrichtungsleiterin Gabriele Händel übermittelte, auf das fröhliche Geschehen ein. Sie dankte den Mitarbeiterinnen der Hauswirtschaft, die vor dem Bieranstich Kaffee und Apfelkuchen servierten, sowie den Betreuungskräften des Sozialen Dienstes für die Organisation der Seniorenfete.

Nach Ansicht von Bürgermeister Robert Hümmer ist das Oktoberfest, das alle zwei Jahre gefeiert wird, nach dem Straßenfest das zweitschönste Fest. Er lobte die große Helferschar, die das bunte Treiben möglich gemacht habe. Mit dem Gedicht "Oktoberfest ist heut´ im Heim" hieß Betreuungskraft Roswitha Tremel vom Sozialen Dienst die Besucher willkommen. Sie informierte über die Geschichte der Theresienwiese, wo seit mehr als 200 Jahren das Münchner Oktoberfest gefeiert wird.

Spiel, Spaß und gute Laune waren auch beim Altenkunstadter Oktoberfest Trumpf. Eine Riesengaudi war "Klopf die Erbse!". Wer hier erfolgreich sein wollte, brauchte Reaktionsvermögen und eine ruhige Hand. "Ein Trostpreis, aber besser als gar nix", meinte Heimbewohner Andreas Angeli, der begeistert am Glücksrad drehte.

Mit Hammer, "Muckis" und zielsicherem Auge versenkten die Besucher Nägel in einen Holzklotz. Mit volkstümlichen Liedern und Schlagern wie "Ein bisschen Spaß muss sein" und Wolfgang Fiereks "Resi, ich hol dich mit mei´m Traktor ab" heizte Alleinunterhalter Peter Herold aus Wunkendorf den Festbesuchern ein. Es wurde gesungen, geschunkelt und manche Senioren wagten sogar ein Tänzchen.

Lustige Beiträge von Heimbewohnern und ein gemeinsames Abendessen rundeten die fröhliche Fete ab. Bernd Kleinert