Zum Artikel mit der Überschrift "Eine heiße Angelegenheit" vom Montag, 28. Januar: Am Montag, 28. Januar, erschien im Fränkischen Tag ein Artikel über den Stromverbrauch der Glaswerke im oberen Frankenwald. Kernthema war, wie der hohe Stromverbrauch der Werke in Zukunft gedeckt werden kann. "Glaswannen als Speicher zu nutzen" ist eine abstruse Idee, denn die Glaswannen sind ja die eigentlichen (Groß-) Verbraucher. Sie können Wärme speichern, ja, aber die wird doch in Form von geschmolzenem Glas wieder entnommen und geht dann im weiteren Produktionsprozess verloren (von der Nutzung für das Tropenhaus abgesehen).

Und der Vorschlag, das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal als Grundlastwerk zu nutzen, ist genau so seltsam. Es ist ein Speicher, der nach Bedarf ge- und entladen werden kann und soll Lastschwankungen im Netz ausgleichen. Es erzeugt in Summe keine Energie, sondern verteilt diese über die Zeit.

Mir scheint, als wenn die Diskussionsteilnehmer falsch wiedergegeben wurden, oder (was viel schlimmer wäre) sich mit der Materie überhaupt nicht auskennen. Im Weiteren ging es auch um ein eigenes Kraftwerk in räumlicher Nähe zu den Glaswerken, um die Übertragungsstrecken ("physikalischer Pfad") zu verkürzen. Das wäre sehr zu begrüßen, da die Anlagen auf kontinuierliche Versorgung angewiesen sind (kein Erkalten der Wannen!). Wind und Sonne können das allerdings nicht leisten, weil die Energie ununterbrochen zur Verfügung stehen muss (Grundlast).

Ich bin der Meinung, dass diese hohen Anforderungen an die Energieversorgung (Anschlussleistung und Kontinuität) nicht einfach vom Netzbetreiber und damit der Allgemeinheit eingefordert werden sollten. Die Werke stehen selber in der Pflicht, daran mitzuarbeiten. Ein Beispiel dafür wäre Volkswagen mit dem eigenen Kraftwerk am Standort Wolfsburg.

Erdgas nutzen?

Noch eine Anregung: Wäre es nicht möglich, die Wannen auch mit Erdgas zu befeuern ? Das würde die Primärenergie direkt vor Ort nutzen, Umwandlungs- und Transportverluste entfielen. Die Energiebilanz wäre stark verbessert.

Und: Eine verbesserte Mehrwegquote bei Glasverpackungen (Wein, Öle, Gemüse etc.) würde das Problem des hohen Energieverbrauchs an der Wurzel lösen. Es ist doch in der heutigen Zeit ein Unding, eine so wertvolle und stabile Verpackung nach jedem Gebrauch zu zerstören, um dann aus den Scherben energieintensiv wieder das gleiche Produkt herzustellen!

Die Glasindustrie muss sich diesen Fragen stellen, sonst verliert sie auf lange Sicht die gesellschaftliche Akzeptanz. Carsten Wittstock Stockheim-Reitsch