von unserem Mitarbeiter Manfred Welker

Herzogenaurach — Der Historische Verein Herzogenaurach sorgte bereits im Jahr 1926 für die Tafeln an historischen Gebäuden. Bezeichnet wurden vor allem die ehemaligen Stadttore, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurden.
Christof Dassler, der "historisch Christof", Vater der Firmengründer von Puma und Adidas, Rudolf und Adolf, war im Juni 1926 stolz auf die Tafeln, die Bildhauer Hans Gast im Auftrag der Verantwortlichen angefertigt hatte. Luitpold Maier steuerte die Informationen für die Beschriftung der Tafeln bei.
Begonnen hatte der Verein mit den Tafeln an den drei Toren der inneren Stadtmauer und den vier Toren der äußeren Stadtmauer. Die beginnende Wirtschaftskrise hat wohl weitere Aktivitäten zum Erliegen gebracht. Für die innere Stadtmauer finden sich die Tafeln am Vehnturm (Das untere Tor) und am Türmersturm (Das obere Tor) sowie an der Bäckerei Römmelt (Das mittlere Tor). Die Tafeln für die Tore der äußeren Stadtmauer sind angebracht an: Erlanger Straße 2 - Sand- oder Nürnbergertor; Würzburger Straße 1 - Kalchgrüber- oder Würzburger Tor; Steggasse 18 - Steg- oder Ansbachertor. Verschwunden ist das Schild Trempen- oder Bambergertor in der Bamberger Straße unter einer Dämmschicht.
Die Befestigungsanlage von Herzogenaurach besitzt zwei Mauerringe. Der erste wird 1348 im Rechtsbuch des Bamberger Bischofs Friedrich von Hohenlohe erwähnt, die Anlage des zweiten, äußeren, wurde 1450 genehmigt. Zur inneren Stadtmauer gehören sowohl der Vehn- als auch der Türmersturm, die auch heute noch das Stadtbild prägen.
Diese innere Stadtmauer reichte für die Bevölkerungsentwicklung allerdings nicht mehr aus. Am 24. März 1450 erteilte der Bamberger Bischof Anton von Rotenhan die Genehmigung zu einem Ausbau der Stadtbefestigung. Ein Anlass dafür dürfte der erste Markgrafenkrieg gewesen sein. Am 28. September 1449 hatten Nürnberger Truppen dicht unter den Mauern Herzogenaurachs die städtischen Viehherden gestohlen.
Seit ihrer Errichtung bestimmte die große Stadtmauer die Ausdehnung der Kommune bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Erst danach entwickelte sich die Stadt über die ehemals schützende Mauer hinaus.
Sowohl der Vehn- als auch der Türmersturm flankierten die an sie stoßenden beiden Haupttore der Stadt. Errichtet wurden die 28 Meter hohen Türme aus Sandstein.
Für das Jahr 1348 ist belegt, dass auch am Vehnturm ein Tor angebaut war. Für 1399 konnte nachgewiesen werden, dass eine Wache von Armbrustschützen aufgestellt war. 1497 wurde das Schießpulver zur Verteidigung der Stadt in einer Truhe im Turm aufbewahrt. 1675 wurden neue Turmknöpfe und Wetterfahnen auf der Turmspitze und den Scharwachtürmchen angebracht. Im 18. Jahrhundert diente er als Gefängnis. Am 30. Juni 1908 wurde das Stadtmuseum von Herzogenaurach im Vehnturm eröffnet.