Helmut Ruhmann beobachtet als ehrenamtlicher Wetterbeobachter seit 40 Jahren im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das Wetter in Gremsdorf. Als Dank für dieses ehrenamtliche Engagement verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bundesverdienstmedaille.

Am Dienstag erhielt er aus den Händen von Detlef Aßmann, dem Leiter der Regionalen Messnetzgruppe des DWD in München, in Anwesenheit von Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (CSU) im Rathaus die Medaille nebst Urkunde. Aßmann überbrachte dem Geehrten auch den Dank des Präsidenten des DWD und würdigte die außerordentliche Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft des Geehrten.

Computerunterstützung seit 2011

"Helmut Ruhmann hat 40 Jahre lang die Station betreut, täglich den Niederschlag gemessen, und bis Ende 2011 hat er vollumfänglich das Wetter in Gremsdorf gewissenhaft beobachtet und notiert. Das reichte vom Verlauf von Gewittern und Hagelschauern bis zum winterlichen Schneetreiben. Ab 2011 bekam er dann Unterstützung durch den Computer. Er hat somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung geleistet. Davon profitieren alle Bürger in Deutschland, denn die Auswirkungen des Wetters und Klimas betreffen jeden von uns", betonte Aßmann in seiner Laudatio.

Etwa 1800 weitere Messstellen des DWD werden ehrenamtlich von engagierten Bürgern - häufig seit Jahrzehnten - betreut. Im Winter melden die Wetterbeobachter Informationen zu den Schneeverhältnissen vor Ort nach Offenbach in die Zentrale des DWD. Die vor Ort gemessenen Daten und die Beobachtungen werden vom nationalen Wetterdienst dann zum Beispiel für die Wettervorhersage oder Gutachten bei Wetterschäden genutzt.

Ruhmann, der von seiner Ehefrau Renate begleitet wurde, meinte bescheiden: "Als Bürger hat man ja auch eine Verantwortung, und der gehe ich gerne nach." Jeden Morgen um sieben Uhr wurde gemessen. War er zur Arbeit, übernahm das gerne seine Ehefrau. Die Ruhmanns gingen fast nie in Urlaub, laut Aßmann waren es in diesen 40 Jahren 14 500 Beobachtungen.

Bericht per Post nach München

Seit dem Jahr 1902 wird hier in der Gegend schon das Wetter gemessen, anfangs in Höchstadt und seit Ruhmanns Umzug 1979 steht die Wetterstation in Gremsdorf. Seine Ehefrau Renate kommt aus Höchstadt, und schon ihre Eltern versahen diesen ehrenamtlichen Dienst. Auf die Minute genau muss alles dokumentiert werden, und stolz zeigt Ruhmann sein Tagebuch. Täglich hat er früher einen Bericht geschrieben und diesen per Post nach München geschickt. "Ohne Unterstützung der Familie kriegt man das nicht hin", so Aßmann voller Bewunderung. "Von Ihrer riesen Leistung profitieren alle Mitarbeiter beim DWD.", fügte er noch an, bevor er dem Geehrten die Urkunde und die Verdienstmedaille überreichte.

Einen gut gefüllten Präsentkorb gab es obendrein, und der stolze Bürgermeister überreichte dem Ehepaar passend zwei Regenschirme und ein Gemeindekrüglein. Natürlich durfte auch eine Gebrauchsanleitung für den Orden nicht fehlen. "Ich schaue, dass ich die 50 Jahre noch voll kriege", so Helmut Ruhmann am Ende der Ehrung.