Die ersten deutschen Teilnehmer des Ironman Hawaii waren Manuel Debus und Detlef Kühnel. Letzterer brachte den ersten Ironman (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,195 km Laufen) dann im Jahr 1988 als Veranstalter nach Europa, und zwar ins mittelfränkische Roth. Drei Jahre zuvor veranstaltete die DLRG Teuschnitz einen der ersten Triathlons in Deutschland. Damals muss sich der Teuschnitzer Thomas Geiger mit dem Triathlon-Virus infiziert haben, von dem er bis zum heutigen Tag nicht geheilt werden konnte.
Für die DRLG Teuschnitz, bei der er damals auch Wachdienst im Schwimmbad machte, meldete er sich für die Langdistanz in Roth an - damals noch ein richtiges Abenteuer. Von 1988 bis 2001 wurde der Triathlon unter dem Namen "Ironman Europe" ausgetragen und war gleichzeitig die Qualifikation für den Ironman Hawaii.
Nach der Rückgabe des Ironman-Labels 2001 wegen unannehmbarer Forderungen des damaligen WTC-Präsidenten durch Detlef Kühnel wagte sein Nachfolger Herbert Walchshöfer einen Neuanfang und gründete das neue Label "Quelle Challenge Roth". Dieser Challenge Roth wuchs seit 2002 stetig und kann sich schon seit einigen Jahren der größte Langdistanz-Triathlon nennen.


Seit 1988 immer dabei

Seit 1988 war Thomas Geiger, der mittlerweile für den ASC Kronach-Frankenwald an den Start geht und nach Reitsch gezogen ist, bei allen diesen Wettkämpfen ununterbrochen am Start. Und jedes Mal war er auch im Ziel. Darauf ist er besonders stolz. "Es gibt zwar noch zwei Triathleten, die immer am Start waren, aber ich bin der einzige, der immer das Ziel erreicht hat", erzählt er. "Ein wenig Glück gehört da natürlich auch dazu, aber vor allem immer der Wille, das Ziel zu erreichen."
In Summe kommen somit in Roth 113 Kilometer Schwimmen, 5303 Kilometer Radfahren und 1245 Kilometer Laufen für ihn zusammen. Die zweite Austragung war dabei allerdings "nur" eine Mitteldistanz mit 2,5 Kilometer Schwimmen, 93 Kilometer Radfahren und 22 Kilometer Laufen.
Die Durchschnittszeit aller 30 Starts liegt bei 9:23:06 Stunden (1:01 Schwimmen - 4:57 Rad - 3:20 Marathon). Er kam zehnmal unter die Top 50 und 25-mal unter die Top 100 bei aktuell 3500 Einzelstartern. Seine schnellste Zeit erreichte er im Jahr 1996 mit 8:50:35 Stunden. Seine beste Gesamtplatzierung stammt aus dem Jahr 2002. Damals kam er als Sechzehnter ins Ziel. Wie lange er das noch machen will? Thomas Geiger: "Solange es noch Spaß macht." Übrigens benötigte er in diesem Jahr 9:58 Stunden für die 2267 Kilometer (1:04 - 4:57 - 3:53).
Besonders gefreut hat ihn heuer, dass so viele Fans mit nach Roth gefahren waren, um mit ihm zusammen das Jubiläum zu feiern. Seine Freundin Alexandra hatte ein riesiges Plakat besorgt, mit dem die Fans Thomas nach dem Wechsel zum Laufen überraschten. So bekam er während der ersten fünf Kilometer beim Laufen das Grinsen nicht mehr aus seinem Gesicht.
An diesem Montag war die Online-Anmeldung für Roth 2018 eröffnet. Innerhalb von 30 Sekunden waren die restlichen 2400 Startplätze weg. 1000 Plätze standen bereits am Tag der diejährigen Siegerehrung zur Verfügung. Thomas kann sich hier Zeit lassen. Eine Mail nach Roth reicht für die Anmeldung. Der Termin am 1. Juli 2018 steht auf alle Fälle schon in seinem Kalender. red