"Das Leben von Sophie und Georg Ritter" steht auf dem blauen Leineneinband der Familienchronik, die der Jubilar Georg Ritter vor 16 Jahren selbst geschrieben hat. Es gibt vor allem Zeugnis für das bewegte Leben, das der nun 95-Jährige bisher erlebt hat.
So sind in dem Buch Bilder von ihm und seiner Familie, die er mit seiner Frau Sophie, der Tochter von der Brauerei Polster, gründete. Zwei Söhne und eine Tochter bereicherten das Eheglück der beiden gebürtigen Neunkirchener.
Ein anderes Bild in der Familienchronik zeigt den jungen Georg Ritter in Uniform bei den Panzern. Bei der Firma MAN in Nürnberg hatte er gelernt, wie man Panzermotoren repariert, bis er den Befehl erhielt, einzurücken. Drei Jahre kämpfte Georg Ritter im Zweiten Weltkrieg in Frankreich und war als Kfz-Mechanikermeister für die Panzerreparaturen zuständig.
Seine Leidenschaft gilt den Autos. Das verwundert nicht, ist er doch in einer Landtechnikfirma groß geworden. Sein Vater Fritz führte diese Firma und das Autohaus Ritter, das er während des Wirtschaftsaufschwungs zur Blüte brachte. Eine Tankstelle war auch dabei und Georg Ritters Vater war auch auf einem anderen Gebiet Pionier, gründete er doch die erste Fahrschule im Landkreis Forchheim.
Dieses Erbe führte der Jubilar erfolgreich fort und verlegte das Geschäft, das zunächst innerorts war, an die Erlanger Straße. Vor 30 Jahren übernahm Sohn Klaus den Betrieb. Die wichtigen Jahreszahlen kennt Georg Ritter noch immer auswendig.
Dem gratulierenden Zweiten Bürgermeister Martin Mehl (CSU) und dem stellvertretenden Landrat Otto Siebenhaar (FW) kann er genau sagen, wann der Kolpingverein, dessen Gründungsmitglied der Christ ist, gegründet wurde. Gründungsmitglied war der Jubilar auch beim Neunkirchner Carnevalsverein. "Es gibt kaum einen Verein, in dem Papa nicht dabei ist", sagt Tochter Barbara und zählt mit dem TSV Neunkirchen, der Jugend- und Trachtenkapelle, deren ältestes Mitglied der Jubilar ist, dem Männergesangverein und dem Automobilclub Neunkirchen (ACN) weitere Vereine auf, in denen Georg aktiv mitwirkte. Beim ACN war der Jubilar lange im Vorstand und schaut noch heute bei den Oldtimertreffen gerne zu. Die Autos sind eben nicht nur sein Beruf gewesen, sondern auch sein Steckenpferd.
Das wissen auch Benjamin Grillmeier, der stellvertretende Pflegedienstleiter, und Maria Riedel, die Pflegedienstleiterin, die ebenfalls gratulierten. Seit sieben Jahren lebt der Jubilar im Caritas-Altenpflegeheim St. Elisabeth in Neunkirchen.