Medi Bayreuth feierte am Samstag den siebten Sieg der laufenden Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL). Im Verfolgerduell gegen Alba Berlin zeigten die Bayreuther vor 3 300 Zuschauern in der ausverkauften Oberfrankenhalle eine rundum überzeugende Leistung und sorgten mit ihrem 83:76-Erfolg für die erste Auswärtsniederlage der Berliner in dieser Saison. Mit 14:4-Punkten steht Medi auf dem dritten Tabellenplatz.


BBL

Medi Bayreuth -
Alba Berlin 83:76 (38:30)

Als Antwort auf die Schwierigkeiten in den ersten Vierteln der zurückliegenden Partien hatte Medi-Trainer Raoul Korner gegen Alba Berlin die Startformation geändert: Kapitän Bastian Doreth spielte anstelle von James Robinson. "Ich habe die Starting Five verändert, um die Mannschaft wachzurütteln", sagt Korner und fügt hinzu: "Ich will damit niemanden an den Pranger stellen. Ich wollte nur ein Zeichen setzen und den Spieler mit dem höchsten Energie-Level beginnen lassen - und das ist nun mal Bastian Doreth."
Die Maßnahme zeigte Erfolg und das Bayreuther Team spielte von Beginn an hochkonzentriert. Gabe York und Nate Linhart legten direkt mit Dreiern vor (6:0; 2. Minute). Doch auch der Favorit aus der Hauptstadt gab sich keine Blöße und übernahm wenig später die Führung (10:12; 5.). Das hart umkämpfte erste Viertel entschieden die Bayreuther für sich: James Robinson verwandelte drei Freiwürfe zur 17:15-Führung vor der ersten Viertelpause.
"Wir wollten mit viel Energie starten. Das ist uns gelungen. Das war einer der Schlüssel des Erfolges", so Korner.
Im lange ausgeglichenen zweiten Abschnitt leitete eine Auszeit der Bayreuth (27:26; 17.) einen 11:4-Endspurt ein. Andreas Seiferth, klarer Sieger im Center-Duell mit dem 2,13 Meter großen Berliner Dennis Clifford, sorgte beim 37:28 (19.) für die bis dahin höchste Führung. Linhart legte noch einen Freiwurftreffer zum 38:30-Pausenstand nach.
Im dritten Viertel waren die Berliner am Drücker und verkürzten auf 43:40 (22.). Wieder brachte eine Medi-Auszeit die Trendwende: Die Aufholjagd der "Albatrosse" brach ab und bis zur letzten Viertelpause setzten sich die leidenschaftlich kämpfenden Bayreuther auf 60:51 ab. De'Mon Brooks sorgte Mitte des Schlussviertels an der Freiwurflinie für eine zweistellige Führung (71:61; 35.), Berlins junger Litauer Marius Grigonis stemmte sich jedoch gegen die drohende Niederlage und brachte sein Team mit fünf Punkten in Folge (71:66; 36.) wieder heran. Nach einem Ballverlust legte Berlins Allrounder Luke Sikma an der Freiwurflinie weiter nach (71:67; 37.).
Doch Center Seiferth, der mit 17 Punkten und 13 Rebounds auftrumpfte, sowie Topscorer Linhart (23 Punkte) hielten dagegen, bauten den Bayreuther Vorsprung aus (78:69; 39.) und brachten den Sieg mit Freiwürfen über die Ziellinie.
Medi-Trainer Raoul Korner zeigt sich zufrieden mit der Leistung:"Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft und unsere wohl beste Performance gezeigt." Das liege vor allem auch an Seiferths Einsatz: "Ich lobe nicht gerne einzelne Spieler, aber heute muss ich Andi hervorheben. Was der Bursche da gemacht hat, war dem Nationalteam würdig. Es war ein Grund, warum wir heute gewonnen haben.” Ein wenig Grund zur Kritik gäbe es dennoch: "Wir haben wieder kaum von außen getroffen. Dafür haben wir aber auf beiden Seiten des Feldes den Job gemacht, den wir uns vorgenommen hatten."
Das nächste Spiel hat Medi Bayreuth bereits am Dienstag: In der Basketball Champions League sind sie beim italienischen Meister Umana Reyer Venedig zu Gast.

Medi Bayreuth: Linhart (23 Punkte), Seiferth (17/ 13 Rebounds), York (16), Brooks (10), Robinson (8), Amaize (3), Wachalski (3), Doreth (3/ 6 Assists), McCrea (0), Cox (0)
Alba Berlin: Siva (20/ 8 Assists), Butterfield (18), Sikma (9/ 9 Rebounds), Grigonis (8), Clifford (7), Saibou (5), Schneider (4), Radosavljevic (3), Vargas (2), Peno (0), Hundt (0)