bernhard Panzer

Den Stadtrat beschäftigte am Donnerstagabend, abgesehen vom Ratskeller (Seite 15), auch der Neubau des Rathauses nebst Sanierung des Schlossgebäudes generell. Der Gewölbekeller war da, angesichts des millionenschweren Vorhabens, nur eine Randnotiz.
Architekt Christoph Schmidt vom Nürnberger Büro BSS legte eine aktuelle Kostenaufstellung vor. Die Summen haben sich gegenüber der ersten Kostenschätzung von 2017 nach oben entwickelt. Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) ausführte, haben sich "an zahlreichen Stellen notwendige oder gewünschte sinnvolle Änderungen ergeben." All das sei jetzt "eingepreist" worden.
Damit wächst die im Juli ermittelte Brutto-Bausumme beim Rathaus um 6,9 Prozent auf 27,73 Millionen Euro (Schätzung Oktober 2017: 25,94 Millionen) und bei der Schlosssanierung um 3,9 Prozent auf 8,67 Millionen Euro (Schätzung Oktober 2017: 8,34 Millionen). Zusammengerechnet ergibt sich daraus eine Steigerung der Bausumme für beide Objekte um 6,1 Prozent auf insgesamt 36,4 Millionen Euro.
Schmidt erläutere quer durch alle möglichen Bereiche, wo sich höhere Kosten ergeben haben. Beispiel Gründung: Unter der Bodenplatte hatte man ursprünglich eine Dämmung mit Polystorol angedacht, die man nun aber mit Schaumglas ausgewechselt hat. Mehrkosten: 48 000 Euro. Und statt eines schwimmenden Estrichs wird ein Hohlraumboden vorgesehen, was 16 000 Euro teurer wird. Viel höher liegen andere Kosten, nämlich zum Beispiel an den Außenwänden. Das aber liege an der Marktlage, sagte Schmidt. Die Fenster kosten nun 179 000 Euro und der Naturstein gar 240 000 Euro mehr als geschätzt. Bei Curd Blank (SPD) fand der "Schwenk vom Styropor zur Recyclingglas-Dämmung" Zustimmung. Retta Müller-Schimmel (Grüne) freute sich über den Verzicht auf Estrich.
CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab fragte nach, ob denn das schon früher von seiner Partei kritisierte "Pförtnerhäusla" umgeplant werde. Bürgermeister Hacker sagte, dass dazu noch Vorschläge kämen, aber er meinte auch, dass die Verwaltung hocheffizient arbeite und man niemand ins Foyer setzen werde, der da einfach nur "Grüß Gott" sagt. Konrad Körner fragte, ob denn nicht zu viel Regalwände eingeplant seien, denn man sei ja im Zeitalter der Digitalisierung. Dazu meinte Hacker, dass man zunächst noch parallel fahren müsse.
Renate Schroff (SPD) mahnte an, dass man bei der Schloss-Sanierung sensibel vorgehen müsse. Hierfür habe man noch kein Gestaltungskonzept, sagte Schmidt. Das Schloss werde ein eigenes Thema sein. Fest stehe, dass der Aufzug komplett ausgetauscht werde. Auch die Türen von 1978 müsse man nicht erhalten und im Trauzimmer plane man größere Eingriffe. Fraglich sei, ob das Treppengeländer so bleiben könne. Für Hacker wäre das ein Muss, wie er schmunzelnd anmerkte: "Auf dem Geländer bin ich als Kind schon gerutscht".